In der Mitte des Gebäudes liegen die für beide Häuser
gemeinsamen Eestaurationslocalität en /. Eia Corridor
vermittelt die Verbindung mit den beiden Häusern und den
ihnen gemeinsamen Räumen. Zu letzteren gehört das grosse
Stenographenbureau; rechts und links von diesem sind
grosse Säle mit Vorzimmern für das Archiv, Commissions
zimmer etc. bestimmt.
Für den kaiserlichen Hof wurden im ersten Stocke
in der Mitte der beiden Seitenfronten je zwei grosse Säle an
geordnet, zu welchen man durch ein für sich abgeschlossenes
Vestibül gelangt. Mit dem Eintrittssaale ist die Hofloge
verbunden.
An den Seitenfronten sind je zwei für sich abgeschlossene
Eingänge nebst Vestibülen und Treppen zu den Logen und
zu den Galerien für das Publicum angelegt. Sowohl in der
Vorder- als Hinterfagade befinden sich Eingänge mit. Vestibülen
und Treppen, um von aussen her möglichst direct in die Commis
sionszimmer und Sitzungssäle zu gelangen ; diese vier Treppen
dienen auch zur bequemen Verbindung zwischen den Locali-
tiiten des ersten Stockes und des Erdgeschosses.
Für die Architektur ist der classische Styl hellenischer
Blüthezeit im Aeussern und Innern consequent durchgeführt.
Die architektonische Einheit ist. insbesondere durch den für
beide Häuser gemeinschaftlichen Versammlungssaal, den eigent
lichen Prachtraum, welcher gleichzeitig zur Aufstellung der
Standbilder der verdienstvollsten Männer Oesterreichs dienen
soll, geschaffen. Die architektonische Gruppirung der ein
zelnen Theile des Gebäudes ist eine ungemein wirksame.
e) Gebäude der niederösterr. politischen und Landesbehörden.
Das Gebäude der niederösterreichischen Statthalterei, Stadt,
Herrengasse 11 (E, 4). wurde in den Jahren 1845—1847 nach
dem Entwürfe des Hofbaurathes Sprenger erbaut. Das Ge
bäude, welches aus einem Mitteltracte, zwei Seitenflügeln und
Nebengebäuden besteht, ist im Aeussern einfach und ohne
Bedeutung. Der im Mitteltracte befindliche Festsaal ist reich
mit Fresken von L. Kupelwieser ausgestattet; ein alle
gorisches Mittelbild wird von 22 Darstellungen aus der öster
reichischen Geschichte umgeben.
Das niederösterreichische Landhaus, Stadt, Herrngasse 13
(E, 4), wurde im Jahre 1838 nach dem Entwürfe des Archi
tekten Pichl erbaut, wobei indess der rückwärtige, nach dem
Minoritenplatze zu gelegene Tract des alten Landhauses mit
beibehalten wurde. Der Bau des letzteren begann bereits im
Jahre 1513. Der beibehaltene ältere Tract enthält die Capelle