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einmünden. In Fig. 82 bedeutet noch 8 die k. k. Post, 9 die
Eilgutaufgabe.
Ankunftstra c t. Das Ausgangsvestibul e d, der
Wartesaal c für die auf ihr Gepäck wartenden Passagiere,
nebst angrenzenden Toiletten, sowie die Gepäcksab-
gabshalle b sind in derselben Weise ausgeführt, wie die
analogen Räume im Abfahrtstracte. Ferner befinden sich hier
die Ho f 1 ocal itäten /, bestehend aus dem Kaisersaale (Pla
fond und Lisenen aus weissem Stuck mit Vergoldung, Wand
flächen mit gelben Seidendamast überspannt), einer Toilette
und einem Schreibzimmer. Längs des Ankunftstractes erstreckt
sich ein 133 m langer, 6,3 m breiter durch ein Glasdach ge
schützter Perron zum Einsteigen in die Fiaker und Omnibusse.
In Fig. 82 bezeichnet noch a Verkehrsbureaux und Zoll-
bureaux, e die Portierloge, Bureaux und Zimmer des Bahn
arztes, g das Bureau des Stationschefs und Eilgutcasse, h die
Eilgutabgabe.
Fig, 82 a.
Im Souterrain befindet sich eine Fiakerrestauration. Im
ersten Stocke befinden sich Bureaux der Zugförderung; alle
übrigen Räume des Magazines und des ersten Stockes sind
zu Wohnungen der Bahnbediensteten benützt.
Die Beheizung geschieht mittels warmen Wassers nach
dem Systeme von Haag in Augsburg, mit Hilfe zweier im
Souterrain befindlichen Oefen. Auch die Vestibüle und Ge
päckshalle des Abfahrtstractes sind heizbar.
Die Sockel und Pfeiler bis zu 2,2“ Höhe sind von Man-
nersdorfer und Mühlendorfer Stein, Gesimsplatten und korin
thische Säulen von Margarethenstein, Ornamente der Fagaden
aus Cementguss. Die freistehenden Figuren über den Haupt
eingängen (Allegorien der Städte Wien, Pest, Prag und Brünn),
sowie die beiden Giebelgruppen der Stirnfagade (Kunst- und
Wissenschaft, Handel und Industrie) aus Margarethenstein vom
Bildhauer Melnitzky.
Literatur: Zeitschr. des ößterr. Ing - und Arch.-Yer. Jahrg. 1871.