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Gaudenzdorfer Gasanstalt. Ausser den genannten Gaswerken
befindet sich auch eines in dem Vororte Gaudenzdorf, welches
der östenv Gasgesellschaft gehört, und blos für das neue
Opernhaus und für die Gemeinde Gaudenzdorf das Leuchtgas
liefert.
II. Münz- und Punzirung-sanstalten.
Kaiserliches Münzgebäude, Landstrasse, Heumarkt 1 (G, 5).
Das umfangreiche Gebäude wurde im Jahre 1836 nach dem
Plane des Hotbaurathes Sprenger errichtet, bei der Anlage
desselben aber leider nicht in allen Punkten den technischen
Anforderungen Rechnung getragen; in der Ausstattung mit
Maschinen und Apparaten sind die neuesten Fortschritte in
der Münzen- und Medaillenerzfeugung vertreten.
Als Betriebskraft der verschiedenen Werkstätten dienen
zwei Dampfmaschinen von je 30 Pferdekräften (mit Bosshardschen
Regulator), durch welche im Maschinenhause selbst das
Walzwerk mit 7 Walzenpaaren zum Strecken der Münzzaine
betrieben wird; ebendort bestehen zwei Glühöfen, 5 Maschinen
zum Durchschneiden der Münzplatten und 2 Maschinen zum
Schleifen und Poliren der Streckwalzen.
Im Hauptgebäude, wohin die Bewegung durch eiserne
Wellen und Zahnräder übertragen wird, befinden sich der
Sortir-, Justir- und Prägsaal mit 3 neuen Seyss’schen
Sortirmaschinen, 3 Maschinen zum Plandrücken der Platten,
14 Hobelmaschinen, um zu schwere Platten durch Abnahme
eines entsprechenden Spanes auf das Normalgewicht zu bringen,
4 Hobeleisen-Schleifmaschinen, 5 Maschinen (vierfach und
doppelt wirkend) zum Rändeln der Münzen, ein kleines Walzwerk
mit Riemenbetrieb zum Ausstrecken der Goldzaine, eine
Maschine zum Durchschneiden der Goldmünzplatten, 2 Rollirmaschinen
und 21 Uhlhorn’sche Prägemaschinen. Zur Vorbereitung
der jnstirten Platten für die Prägung dient der Weisssud
mit Muffelofen, Siedekessel, Scheuerungs- und Trocken-Apparat.
Für die Vorarbeiten znr Ausmünzung dient das Einlösnngslocale,
das Probirlaboratorium, ein Schmelzraum mit 3
Abtheilungen und der Scheidgaaden, in welchem das durch die
Einlösung eingehende Gold- und Silbermaterial durch Scheidung
mit concentrirter Schwefelsäure geeignet für die Ausmünzung
und den Verkauf hergestellt wird.
Zur Aufbereitung der Abfälle besteht ein Nass- und ein
Trockengehwerk, eine Roll- und 12 Quickmühlen nebst den
erforderlichen Oefen.