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MAK

Full text : Technischer Führer durch Wien, mit einem Plane der Stadt nebst Umgebung, einem Plane der Donauregulirung, einem Plane der Weltausstellung, einem geologischen Plane und 137 Holzschnitten

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nung  muss  die  Stärke  der  Mauern  betragen:  0,79m  (2’/»')
bei  der  ebenerdigen  Hauptmauer  eines  vierstöckigen  Gebäudes;
0,63 m  (2')  bei  den  Hauptmauern  des  obersten  Geschosses,
wenn  die  Zimmertiefe  6,3 m  (20')  überschreitet,  bei  dreistöckigen
Gebäuden  zu  ebener  Erde,  bei  Anwendung  gewölbter  Decken
auf  eisernen  Trägern  bei  einer  Zimmertiefe  über  6,3 m  (20'),
und  bei  Mittelmauern  von  drei-  und  vierstöckigen  Gebäuden
in  ailen  Stockwerken;  0,47 m  (l 1 /»')  bei  den  Hauptmauern,  sowie
bei  allen  inneren  Mauern  an  den  Stellen,  wo  selbe  Rauchfänge
enthalten  (bei  jenen  Theilen  der  Hauptmauern,  die  kein  Deckenauflager ­
  enthalten,  kann  diese  Dimension  bei  allen  Stockwerken
beibehalten  bleiben),  bei  gewölbten  Decken  auf  eisernen  Trägern
in  allen  Geschossen  bis  zu  einer  Zimmertiefe  von  6,3 m  (20');
0,31 m  (1')  bei  den  Lichthofmauern,  die  kein  Deckenauflager
bilden  und  keine  Wohnräume  abschliessen,  bei  Mittelmauern,
welche  nur  die  Decke  von  höchstens  2  Stockwerken  zu  tragen
haben,  wenn  selbe  keine  Kauchschlötte  enthalten  und  Tramböden ­
  angewendet  werden  ;  0,24 m  (9'')  Stärke  bei  Scheidemauern,
welche  Wohnungen  trennen.  —  Ausserdem  bestehen  nach  dem
Landesgesetze  v.  9.  Jän.  1870  erleichternde  Bedingungen  für
gewisse  Plätze.  —  Alle  Vorsprünge  über  die  Baulinie  bedürfen
einer  besonderen  Bewilligung,  nur  für  den  Sockel  ist  ein  Vorsprung ­
  von  0,24 m  (9")  gestattet.  Offene  Balcons  aufConsolen  sind
gestattet,  dürfen  aber  nicht  mehr  als  l,26 m  vorspringen.
Geschlossene  Erker  dürfen  nur  in  Gassen  von  mindestens
16 m  (48')  Breite  angebracht  werden.
Schornsteine  (Kauchfänge,  Kauchschlötte).  Für
Wohnhausbauten  sind  für  gewöhnliche  geschlossene  Feuerungen
enge  („russische“)  und  schliefbare  Schornsteine  (47 cm  in  Quadrat) ­
  in  Verwendung.  Die  engen  Rauchschlötte  sind  entweder
nach  älterer  Art  rund  oder  ebenfalls  quadratisch,  und  müssen
für  2  Feuerungen  wenigstens  einen  Querschnitt  von  250  Q cm
(36  □"),  für  3  bis  4  Feuerungen  mindestens  einen  Querschnitt
von  330  Q om  (48  □")  haben.
Gewölbe.  Ausser  den  gewöhnlichen  Tonnengewölben  und
deren  Combinationen  findet  das  sogen.  „Platzeigewölbe“,
welche  Form  dem  Kuppelgewölbe  entnommen  ist,  eine  beliebte
Anwendung,  da  die  Ausführung  ohne  Gewölbsgerüstung  geschehen ­
  kann.  Bezüglich  der  Ausführung  in  Ziegeln  unterscheidet ­
  man  die  „wälsche“  und  die  ,.böhmische“  Methode.
Die  wälsche  Methode  besteht  durch  Aneinanderreihen  von
Läufern  in  gegen  die  Widerlager  geneigten  Gurten  in  der
Richtung  der  kleineren  Spannweite  des  Raumes.  Diese  Methode ­
  wird  für  flache  Platzeigew  ölbe  (Segment-Platzelgewölbe)
und  auch  für  Segment-Tonnengewölbe  (z.  B.  zwischen  eisernen
            
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