Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Technischer Führer durch Wien, mit einem Plane der Stadt nebst Umgebung, einem Plane der Donauregulirung, einem Plane der Weltausstellung, einem geologischen Plane und 137 Holzschnitten

312

Das  Schmiedeisen  findet  eine  ausgedehnte  Anwendung
nicht  blos  in  der  Form  der  verschiedenen  Verbindungsmittel,
sondern  auch  als  gewalzte  und  genietete  Träger,  als  Säulen
und  Stützen,  für  Decken-,  Dachstubl-  und  Oberlicht-Gonstructionen,
  für  Glashäuser  etc.  etc.
Decken.  Von  den  eisernen  Decken  sind  die  feuersicheren
Constructionen,  und  solche  mit  eisernen  Haupt-  und  hölzernen
Zwischenträgern  (Decken  für  grosse  Spannweiten)  zu  unterscheiden. ­
  Zu  den  feuersicheren  Deckenconstruetionen  rechnet
man  die  Decken  aus  Gewölben  zwischen  eisernen  Trägern,  und
die  sogenannten  französischen  Deckenconstruetionen.  Die  ebenerdigen ­
  Localitäten  werden  gewöhnlich  auf  eisernen  Trägern
eingewölbt,  welche  manchmal  in  Entfernungen  bis  über  3 m
eingetheilt  sind.  Bei  geringeren  Localtiefen  und  kleineren
Entfernungen  der  Träger  werden  gewalzte  I-Träger,  für  grössere ­
  Localtiefen  und  Entfernungen  werden  entsprechend  stärkere, ­
  genietete  Blechträger  verwendet.  Die  Deckencenstruction
  über  dem  Zasehenaume  des  Opernhauses  wurde  bereits
Seite  263  angeführt.  —  Von  den  französischen  Decken,  hier
theilweise  Agraffendecken  genannt,  wurden  einige  Anwendungen ­
  gemacht.  Eine  solche  Decke  wurde  in  einem
Badezimmer  des  Faton’schen  Hauses,  Kolowratring  Nr.  6,
ausgeführt.  Die  schmiedeisernen  Hauptträger  in  Entfernungen
von  circa  47<m>  sind  im  Querschnitte  rechteckig, ­
  circa  1  l om  hoch  und  sind  durch  hackenförmig ­
  abgebogene  Eisen  (die  Agraffen)  verbunden, ­
  auf  welchen  zwischen  je  2  Hauptträgern ­
  3  kleinere  Eisenstäbe  liegen,  die  mit
Draht  niodergebuhden  sind.  Ueber  diesem
Netze  von  Eisen  wurden  kleine  runde  Hohlziegel ­
  mit  circa  5cm  Höhe  und  18 cm  Durchmesser ­
  aneinandergereiht,  und  die  Zwischenlagen ­
  mit  Cement  ausgefüllt.  Die  Constructionsdicke
  dieser  Decke  beträgt  kaum  24 cm .  —
Die  Souterrain  -  Localitäten  des  Waarenhauses
Ph.  Haas  &  Söhne  sind  ebenfalls  durch  eine
Agraffendecke  abgeschlossen  (Fig.  87).  —  Im
Hof-Opernhause  wurden  diese  Decken  an  verschiedenen ­
  Stellen  angewendet,  wie  in  den
Logengängen  und  Logen,  und  über  dem  Bühnenraume. ­
  Diese  feuersichere  Decke  über  der
Bühne  ist  am  Dachstuhle  aufgehängt  (Seite  262,  Fig.  109).
In  I  ig.  126  ist  ein  Schnitt  durch  2  zwei  solche  Hauptträger
und  ein  Theil  des  Grundrisses  dieser  Decke  gegeben.  Die  eisernen ­
  Hauptträger  mit  rechteckigem  Querschnitte  (13 m m><(ii8mm)

Fig.  126.

<—0'625—->

Nsv\\  <1111

—-  vfUlAII

III  Uli'  -IM

1

I!

Hof-Opernhaus.
Feuersichere  Decke
über  der  Bühne.
V48  n.  Gr.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.