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Full text: Technischer Führer durch Wien, mit einem Plane der Stadt nebst Umgebung, einem Plane der Donauregulirung, einem Plane der Weltausstellung, einem geologischen Plane und 137 Holzschnitten

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Dornbac her Spodium-Fabriks-Gesellsehaft (Dornbach 
bei Wien, 106).— Fichtner & Söhne (Azgersdotf bei Wien), Kno 
chenmehl, Knochen-Düngpräparate, Spodium, Knochenschmott, Kno 
chenfett, Tischler-, Klär- und Appretur-Leim, Imitationen von Perl 
mutter, Schildpatt und Elfenbein; 100 —140 Arbeiter, Dampf- und 
Wasserkraft von 37 — 40 Pferdekraft. — J. B. Hein dl (Ottakring, 
Bachgasse 60), Mineralöl-Raffinerie, chemische Rohproducte, Spodium. 
— E. Kumpshofer & C. Jahn (Hacking bei Wien), Knochen-, 
Gelatin- und Dampfleim-Fabrik. 
VI Nahrungsmittel. 
A. Mehl, Gebäck und Zucker. 
Mehl wird in Wien nur von einer Mühle, einer Dampf- 
miihle, im Grossen erzeugt; die übrigen Mühlen sind auf- 
gelassen worden. Das Gebäck Wiens gehört zu den besten 
der Welt. Als Gährungsmittel wird Presshefe verwendet. 
Der grossartigen Bäckerei im Militär - Yerpflegsetablissement, 
welche täglich 120000 Portionen Brod, ä 0,9 Kilogr. liefern 
soll, wurde bereits in der II. Abtheilung (Seite 211) gedacht. 
Ferner bestehen in Wien zwei Zuckerratfiuerien. 
D amp fmühlen - Aet ien - G esells chaft (II. am Schüttei). — 
Zucker-Kaffinerie von B. K a f f elsb erger & C. (II. obere Augnrten- 
strasse 56). — Zucker-Raffinerie von C. D. S a t z g e r (III. Löwen 
gasse 39). 
B. Bier. 
Zu den hervorragendsten Industrien Wiens gehört die 
Bierbrauerei; in keiner zweiten Stadt der Erde wird aber auch 
so viel Bier gebraut, als in Wien. Um so auffallender ist es, 
dass sich die Zahl der Brauereien so wesentlicli vermindert, 
während die erzeugte Menge so enorm gestiegen ist. So z. B. 
wurden gebraut im Jahre 
1845 1850 1855 1860 1872 
888000 841000 849000 1394000 2639000 Hektoliter 
von 47 43 41 37 22 Brauereien. 
An der Spitze des österr. Brauwesens stand und steht die 
Bierbrauerei von dem vor einigen Jahren verstorbenen A. 
Dreher in Klein - Schwechat, welche gleichzeitig wohl das 
grösste Bieretablissement der Erde ist. Dreher verdrängte das 
leichte obergährige Bior, wie es früher ausschliesslich in Wien 
fabricirt wurde und führte das schwerere und angenehmere, 
untergährige Bier ein. Ihm sind ferner durchgreifende Reformen 
hinsichtlich der Malzfabrikation, der Anlage der Sudhäuser, 
Gähr- und Lagerkeller zu verdanken. In folgender Tabelle 
sind die Brauereien der Umgebungen Wiens in der Reihenfolge 
ihrer Leistungsfähigkeit zusammengestellt.
	        
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