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Versorgungs-Commission übertrug der Gemeinderath die Leitung
der II, Abtheilung provisorisch dem Stadtbauamte,
(Oberingenieur Hihatsch). Die Wasserversorgungs-Commission
beantragte ferner die Theilung des Druckes in den Köhren
durch die Erbauung eines vierten Reservoirs (Reservoir am
Laaer Berge) und eine Verstärkung der Röhrenwanddicken
für die tiefer gelegenen Bezirke.
Die ganze Länge der Rührenleitung in Verbindung mit
den Röhren der Ferdinands-Wasserleitung beträgt 319 Kilometer
= 42 deutsche Meilen.
Absperrschieber. Auf eine nähere Beschreibung aller einzelnen
Adjustirungsbestandtheile wollen wir nicht eingehen, da
dieselben meist bekannte Constructionen besitzen. Nur die
Absperrschieber zeigen nach der Construction des Oberingenieurs
Mi hat sch die Abweichung von der gewöhnlichen Anordnung
mit verticaler Spindel, dass die Schieber mit horizontaler
Spindel angeordnet wurden (Fig. 46), weil die gewöhnliche
Anordnung für weitere Röhren eine wesentlich grössere Tieferlage
derselben erheischt hätte und eine weniger bequeme
Handhabung zulässt.
Die präliminirten Baukosten betragen ohne die Aufzahlung
an den Unternehmer 14 Millionen Gulden. Der Unternehmer
hat einen Nachlass von 100000 fl. zum Zwecke derErrichtung
eines monumentalen Springbrunnens zugestanden. Der Bau
wurde im April 1870 begonnen und soll contractlich bis Ende
1874 vollendet sein. Jedoch sind gegenwärtig Verhandlungen
mit dem Unternehmer wegen zeitigerer Vollendung im Zuge.
Literatur. Wasserversorgung Wiens. Vom Stadtbauamte 1861. — Bericht
über die Erhebungen der Wasserversorgungs-Commission des Gemeinderathos
der Stadt Wien, 1664 — A. Fälsch und C. Hornbostel, Wiens Wasserversorgung,
1862, 1863, 1864. — Wasserversorgung Wiens. Gutachten der
Experten über das Hochguelienproject. Wien 1866. — Debatten über die Wasserfrage
im Wiener Gemeinderathe. Wien 1866. — Bericht der von dem Gemeinderathe
der Stadt Wien zur Prüfung der neuen W'asserleitungsröhren ernannten
Experten-Commission. Wien, R. v. Waldheim 1871. — Die Gemeinde-Verwaltung
der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien in den Jahren 1867—1870; Bericht
des Bürgermeister Dr. C. Felder. Wien, Gerold 1872. — Wertheim. Wasserversorgung
Wiens. 1872.
Der Wienfluss.
Vor dem Jahre 1851 war der Wienfluss in den entfernteren
Vorstadttheilen in einem sehr unregelmässigen Zustande
und die Ufer tbeilweise sehr niedrig. Zunächst, der jetzigen
Muhlgasse im Bezirke Wieden bestand ein sehr hohes Wehr
zur Ableitung des Wassers nach den dort bestehenden vier
Mühlen. Ein Austreten des Wassers war daher in jenen entfernteren
Strecken keine grosse Seltenheit.