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WYSEHRAD. o □ BOHUMIL HÜBSCHMANN.
Zum Hradschin, der sich im Nordwesten von Prag aus der Ebene
erhebt, mit seinem langen Rüchen nach dieser Seite hin den Horh
zont begrenzt und mit der stolzen Königsburg das Weichbild der
altehrwürdigen Stadt beherrscht, bildet auf der anderen Seite das
ebenbürtige Pendant eine Anhöhe im Südwesten der Stadt, der
Wysehrad, der Thron der böhmischen Sage, der Sitz Libussas.
Mit steilen Felsen aus der Moldau ragend, begrenzt er mit seiner
charakteristischen Silhouette den südlichen Horizont der Stadt.
Der von Geschichte und Sage so ausgezeichnete Platz trägt heute
eine Zitadelle mit ein paar Ärarbauten, einer schlecht restaurierten
Kirche und einem kleinen Friedhof. Dieses Mißverhältnis zwi^
sehen sagenverklärter Vergangenheit und einer nüchtern pro^
saischen Gegenwart muß einmal einem würdigeren Zustande
Platz machen; die Festungsmauern werden fallen und so wäre
bei der künftigen Regulierung Gelegenheit geboten, hier ein natio^
nales Heiligtum zu schaffen. Eine gewisse Grundlage hierfür
besteht bereits in dem vorhandenen Friedhofe, auf welchem die
sterblichen Überreste berühmter Männer bestattet liegen. Diese
Begräbnisstätte wäre zu einem Pantheon mit Ehrengräbern, ge,
schmückt durchMarmorarkaden und grüne Haine, auszugestalten.
Ein Krematorium mit Kolumbarium, am terrassenartigen Ein^
schnitte mit Verwendung der vorhandenen Festungsmauern
placiert, soll sich an die Anlage organisch angliedern, und ein
kleiner Friedhof für die Exhumierten dieselbe ergänzen. Gegen
die Moldau zu sind Terrassen projektiert, von wo sich ein präclv
tiger Ausblick auf Prag und Umgebung erschließt. Am Steilrande
dieser Terrasse — die durch eine Treppenanlage mit der Ufer,-straße
verbunden ist — hebt sich hoch zum Himmel empor eine
Kolossalstatue, die Unsterblichkeit, das weithin sichtbare Wahr*-Zeichen
des heiligen Ortes. Das Pantheon wird von einer niedrig
gen Kuppel gebildet, die sich der Silhouette des Berges harmo--nisch
einfügt. Die doppelte Kuppeldecke ist in horizontalen, mit
Eisen armierten Betonringen zu konstruieren, um den Seitenschub
derWölbung zu eliminieren. Zwischen der inneren und äußeren
Kuppel läuft eine Galerie. Die Kuppelabdeckung ist in Alumh
niumblech projektiert. Die Kolossalstatue soll gleichsam aus den
jähen Absturzfelsen herausgewachsen scheinen, unten mit dem
natürlichen Gestein zu Einem verwachsen, ist sie nach oben zu
in immer edlerer Ausführung mit weißem Marmor verkleidet
D D □ D und mit Aluminiumschmuck verziert. ID GJ G3 [D
ODOIDDIDIDCDIDED BOHUMIL HUBSCHMANN.