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Full text : Wagnerschule 1902-03 und 1903-04

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WYSEHRAD.  o  □  BOHUMIL  HÜBSCHMANN.

Zum  Hradschin,  der  sich  im  Nordwesten  von  Prag  aus  der  Ebene
erhebt,  mit  seinem  langen  Rüchen  nach  dieser  Seite  hin  den  Horh
zont  begrenzt  und  mit  der  stolzen  Königsburg  das  Weichbild  der
altehrwürdigen  Stadt  beherrscht,  bildet  auf  der  anderen  Seite  das
ebenbürtige  Pendant  eine  Anhöhe  im  Südwesten  der  Stadt,  der
Wysehrad,  der  Thron  der  böhmischen  Sage,  der  Sitz  Libussas.
Mit  steilen  Felsen  aus  der  Moldau  ragend,  begrenzt  er  mit  seiner
charakteristischen  Silhouette  den  südlichen  Horizont  der  Stadt.
Der  von  Geschichte  und  Sage  so  ausgezeichnete  Platz  trägt  heute
eine  Zitadelle  mit  ein  paar  Ärarbauten,  einer  schlecht  restaurierten
Kirche  und  einem  kleinen  Friedhof.  Dieses  Mißverhältnis  zwi^
sehen  sagenverklärter  Vergangenheit  und  einer  nüchtern  pro^
saischen  Gegenwart  muß  einmal  einem  würdigeren  Zustande
Platz  machen;  die  Festungsmauern  werden  fallen  und  so  wäre
bei  der  künftigen  Regulierung  Gelegenheit  geboten,  hier  ein  natio^
nales  Heiligtum  zu  schaffen.  Eine  gewisse  Grundlage  hierfür
besteht  bereits  in  dem  vorhandenen  Friedhofe,  auf  welchem  die
sterblichen  Überreste  berühmter  Männer  bestattet  liegen.  Diese
Begräbnisstätte  wäre  zu  einem  Pantheon  mit  Ehrengräbern,  ge,
schmückt  durchMarmorarkaden  und  grüne  Haine,  auszugestalten.
Ein  Krematorium  mit  Kolumbarium,  am  terrassenartigen  Ein^
schnitte  mit  Verwendung  der  vorhandenen  Festungsmauern
placiert,  soll  sich  an  die  Anlage  organisch  angliedern,  und  ein
kleiner  Friedhof  für  die  Exhumierten  dieselbe  ergänzen.  Gegen
die  Moldau  zu  sind  Terrassen  projektiert,  von  wo  sich  ein  präclv
tiger  Ausblick  auf  Prag  und  Umgebung  erschließt.  Am  Steilrande
dieser  Terrasse  —  die  durch  eine  Treppenanlage  mit  der  Ufer,-straße
  verbunden  ist  —  hebt  sich  hoch  zum  Himmel  empor  eine
Kolossalstatue,  die  Unsterblichkeit,  das  weithin  sichtbare  Wahr*-Zeichen
  des  heiligen  Ortes.  Das  Pantheon  wird  von  einer  niedrig
gen  Kuppel  gebildet,  die  sich  der  Silhouette  des  Berges  harmo--nisch
  einfügt.  Die  doppelte  Kuppeldecke  ist  in  horizontalen,  mit
Eisen  armierten  Betonringen  zu  konstruieren,  um  den  Seitenschub
derWölbung  zu  eliminieren.  Zwischen  der  inneren  und  äußeren
Kuppel  läuft  eine  Galerie.  Die  Kuppelabdeckung  ist  in  Alumh
niumblech  projektiert.  Die  Kolossalstatue  soll  gleichsam  aus  den
jähen  Absturzfelsen  herausgewachsen  scheinen,  unten  mit  dem
natürlichen  Gestein  zu  Einem  verwachsen,  ist  sie  nach  oben  zu
in  immer  edlerer  Ausführung  mit  weißem  Marmor  verkleidet
D  D  □  D  und  mit  Aluminiumschmuck  verziert.  ID  GJ  G3  [D

ODOIDDIDIDCDIDED  BOHUMIL  HUBSCHMANN.
            
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