Arbeit der „Wiener Frauenkunst“ und der Genossenschaft der Maler ist
der sinngemäße Ausdruck dieser Forderung.
Wenn gerade ein künstlerischer Frauenverband eine soldie Aufgabe in
Angriff nahm, so mag die enge Beziehung der Frau zum Heim die ungezwungene
Erklärung dafür abgeben. Ist doch das Heim auch heute noch
im besonderen das Reich der Frau, in dem sie nicht nur erhaltend,
sondern vielfach auch mitgestaltend waltet. Ihr dafür Anregungen zu
vermitteln und neue Möglichkeiten zu erschließen sei eines der vornehmsten
Ziele unserer Ausstellung „Die schöne Wand“.
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Fanny Harlfinger
DER MALER SPRICHT:
Unser Malerhandwerk ist nicht nur von der wirtschaftlichen Stagnation
betroffen, sondern auch von den nach dem Kriege stark in Erscheinung
getretenen modischen Strömungen, die malerischen Schmuck der Wände
ablehnten und nur die glatte getönte Wand als einzig möglich hinstellten.
Wohl wußte man, daß diese Zeiterscheinung nicht dauernden Charakter
besitzen und über kurz oder lang doch wieder Farbe und Form in den
Wohn- und Zweckraum Einzug halten werden. Es war vorauszusehen,
daß es nicht jedermanns Sache sei, sein ganzes Leben in einem kahlen,
von schmucklosen Wänden umgebenem Raume zu verbringen und für
immer dem Götzen der Sachlichkeit zu dienen.
Der Schmuck des Heims gehört unstreitbar in den Wirkungskreis der
Frau. Wir Maler wissen dies am besten, da wir uns fast immer mit der
Frau des Hauses über die Art der Wandbemalung zu unterhalten haben.
Oft ist es auch vorgekommen, daß die Frau nur widerwillig die einfache
Wand bestellte, aber es war eben Mode und — welche Frau wäre gegen
diese? Wir erlebten aber auch, daß die Hausfrau den der Farbe entbehrenden
Raum mit allen möglichen und unmöglichen Zierarten zu
schmücken suchte und wer kann es sagen, ob wir dadurch nicht wieder
in die Praxis jener nicht allzu fernen Zeit gekommen wären, die wir heute
verlachen und brandmarken. Es ist daher höchste Zeit, der latbigen