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einen Teufelskerl von Fahrer erfordern
würde, um mit den, hmm, gewöhnungs
bedürftigen Fahreigenschaften fertig zu
werden, war eine andere Sache (die Trak
tionsvorteile des Mittelmotor-Layouts
aus heutiger Sicht waren ja allein schon
wegen der armseligen Reifen nicht ganz
nutzbar).
Das Mittelmotorkonzept war nur
eines der ganz speziellen Merkmale des
AUTO UNION-Rennwagens. Ein wichtiger
Ansatz lag in der Perfektion des Leicht
baus, um innerhalb der erlaubten 750 kg
einen relativ großen Motor unterzubrin
gen, der wenig Kompressor-Ladedruck
brauchte, ganz auf Drehmoment ausge
legt sein und seine Höchstleistung bei
relativ niedriger Drehzahl erreichen sollte.
Die entsprechenden Daten des
ersten Motors (V16 in 45°): 4358 ccm,
54 mkg bei 2700/min, 290 PS bei 4500/min;
mit größerer Bohrung (überquadratisch)
ergaben sich noch im gleichen Jahr 4950
ccm mit 375 PS bei 4700/min.
Die rundum unabhängige Radauf
hängung war damals bei Grand-Prix-
Wagen noch keineswegs Stand der Tech
nik (wohl aber beim neuen Mercedes),
und Porsches vordere Torsionsstabfede
rung war überhaupt sensationell.
Nuvolari! Rosemeyer! Stuck!
Besonders die Langheckversion des
ersten Jahres sah absolut irre aus und
nährte die Saga von der ungeheuren
Gefährlichkeit des Wagens. Auch eine
durchaus normale Statistik über die
Jahre konnte das Bild nie ganz zu
rechtrücken (was sollten auch nüchterne
Zahlen etwa gegenüber den Emotionen
zum Rosemeyer-Tod?).
Die überaus günstige Gewichtsver
teilung machte den Wagen reaktions
schnell und schob die Haftgrenze über
das damals zu erwartende Maß, im
Gegenzug war das Ausbrechen umso
heikler. Es war also sicher hilfreich, wenn
der Fahrer über das normale Talent hin
aus einen übergeordneten Instinkt be
saß, man denke allein an die Entfernung
zwischen dem vorn klebenden Fahrer
und den Hinterrädern, die am Kurven
eingang gern mal weggingen. Dies in
saubere Drifts ohne Adrenalinzacken
umzuwandeln, war nicht vielen gegeben,
umso spektakulärer gingen Genies wie
Nuvolari, Rosemeyer und Stuck mit den
AUTO UNION-Rennwagen um.
Mit dem Duell zwischen Mercedes
und AUTO UNION begann 1934 die gol
dene Ära deutscher Rennwagen. Auf der
Fahrerseite war vorerst Hans Stuck die
AUDI | 14