quattro
Die Audi quattro Story
Aufbruch
in eine neue
Dimension
*
Text: D i et e r L. Scharnagl
D er Audi quattro stellte die Rallye-
Welt auf den Kopf. Vier Welt
meistertitel und 24 Siege in der Rallye-
Weltmeisterschaft waren die Ausbeute
von Audi in den Jahren 1981 - 1987.
Siege bei der Rallye Hongkong - Peking
und beim berühmtesten Bergrennen der
Welt in Colorado machten Audi zum
erfolgreichsten Automobilhersteller der
Welt im Automobilsport.
Der Countdown läuft
Im Spätherbst 1980 spielte sich beim
Automobilhersteller Audi in Ingolstadt
ein regelrechter Nervenkitzel ab. Zwei
Rallye-Veranstaltungen standen auf dem
Audi quattro:
Die Rallyeversion - Gruppe B
Plan, die außer Konkurrenz und als
Vorbereitung auf den Einstieg in die
Rallye-Weltmeisterschaft 1981 als letzter
Test für den Audi quattro anstanden:
Die „Northern Light" im Norden Finn
lands und die „Algarve" im Süden
Portugals waren die ersten sportlichen
Prüfsteine für den etwa 300 PS starken
Audi quattro mit permanentem Allradan
trieb. Theoretisch galt der Audi quattro
als unschlagbar, praktisch mußte er sich
erst beweisen.
Um Audi Sport bildeten sich zwei
Lager: Optimisten und Skeptiker. Die bei
den Tests in Portugal und Finnland wur
den mit Bravour beendet und im Januar
1981 bescherte der Österreicher Franz
Wittmann Audi beim ersten offiziellen
Einsatz des Audi quattro bei der Jänner-
rj *
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Rallye mit einem überlegenen Sieg den
ersten großen Erfolg. Die Skeptiker
waren etwas eingebremst und die Opti
misten gewannen die Oberhand.
Die besten Piloten der Welt
Das Tauziehen um den frischge
backenen Rallye-Weltmeister Walter
Röhrl hatte Audi im ersten Anlauf ver
loren. Audi verpflichtete den Finnen
Hannu Mikkola und die Französin
Michele Mouton und fieberte der Rallye
Monte Carlo entgegen, die zur damali
gen Zeit die bedeutendste Motorsport
veranstaltung der Welt war. Michele
Mouton, die schnellste Frau der Welt,
mußte ziemlich rasch und noch auf der
Anfahrt zur „Monte" die Segel streichen,
weil sich im Tank ihres Audi quattro aus
AUDI 16
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OffiÜ
BÖSCH
Walter Röhrl gewann am
Steuer des Audi Sport quattro S1
1987 die Nervenschlacht auf
den Gipfel des Pikes Peak
in neuer Rekordzeit
unerklärlichen Gründen Wasser breit
machte. IhrfinnischerTeamkollege Hannu
Mikkola hingegen fraß auf den sechs
Sonderprüfungen der ersten Etappe alle
anderen Konkurrenten förmlich auf. Die
wahnsinnige Geschwindigkeit, mit der er
sich auf dieser Etappe einen Vorsprung
von 5,54 Minuten erkämpfte, war für das
Auge der Zuschauer aufgrund seiner
unspektakulären Fahrweise nicht zu
erkennen. Im Etappenziel herrschte Rat
losigkeit über die Übermacht des Audi
quattro. „Noch reichen uns zur Messung
der Zeitunterschiede Sanduhren, bald
aber werden wir einen Kalender brau
chen", gab ein frustrierter Konkurrent
von sich. Zu Beginn der letzten Nacht
mußte Hannu Mikkola dann aber seinen
Audi quattro vorzeitig abstellen, aber der
Schock für die Konkurrenz war groß.
Mit Siegen bei den WM-Rallyes in
Schweden und England setzte der Finne
dann aber im ersten Audi-Rallye-WM-
Jahrdann aber doch noch Maßstäbe und
machte Audi zum absoluten Favoriten
für die kommende Saison. Dazwischen
gewann Michele Mouton als erste Frau
überhaupt mit der Rallye San Remo in
Italien einen Lauf zur Rallye-Weltmeister
schaft.
Die Jagd nach Weltmeister-Titel
Keine Frage, daß man bei Audi nach
den großartigen Erfolgen im ersten Jahr
der Rallye-Weltmeisterschaft für die dar
auffolgenden Jahre ernsthafte und auch
berechtigte Ambitionen auf einen der
beiden WM-Titel hegte. Die Ingolstädter
verstärkten die Teams Mikkola/Hertz und
Mouton/Pons und holten die beiden
Schweden Blomquist/Cederberg. Der
schwedische Linksbremser Stig Blom-
quist gewann 1982 eindrucksvoll die
Rallye-WM-Läufe in Schweden und Italien,
während der Finne Hannu Mikkola für
volle Punkte in Finnland und England
sorgte. Michele Mouton siegte in Portu
gal, Griechenland und Brasilien, und zum
ersten Mal in der Geschichte hatte eine
Frau berechtigte Chancen auf den Welt
meister-Titel. Die Entscheidung fiel im
Urwald, genauer gesagt bei der Rallye
Cote d'lvoire an der Elfenbeinküste. Und
sie fiel gegen Michele Mouton, weil sie
dem ständigen Druck von Walter Röhrl
nicht standhalten konnte. Der Regens
burger gewann die harte Rallye Bandama,
bei der von 51 gestarteten Teams ledig
lich noch sechs das Ziel in Abidjan
AUDI 17