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Full text: 100 Jahre Tradition bei Audi

Historie 
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Die Würde der Überraschungssieger: 
Dr. Stöss gewann am Steuer 
eines Horch die Herkomer-Fahrt 1906. 
Rechts im Bild: August Horch 
Zuvor feiert Horch aber noch große 
Triumphe: Eines der prominentesten 
Rennen in Deutschland war die Herko 
mer-Fahrt, traditionell fest in der Hand 
deutscher Hersteller. 1905 gewann Mer 
cedes den erstmals ausgetragenen 
Bewerb, und 1906 sollte das Jahr des 
August Horch werden. Entgegen der 
üblichen Strategie, daß dieses Rennen 
nur große Wagen gewinnen können, 
schickt Horch „kleine", rund 20 PS starke 
Autos auf die Strecke. Die Fahrt geht 
über fast 1700 Kilometer von Frankfurt 
nach München und Wien und über Inns 
bruck wieder zurück nach München. Eine 
selektive Alpentour, bei der höchste 
Standhaftigkeit gefragt ist. Horch tritt 
mit insgesamt vier Autos an, wird als 
Außenseiter gehandelt, schlägt aber alle 
großen Favoriten und beendet das Ren 
nen mit Dr. Stöss am Steuer, einem Mit 
begründer der Aktiengesellschaft, als 
strahlender Sieger. Welch ein Triumph! 
Audi: Könige der Berge 
Eine Niederlage drei Jahre später 
sollte eine der schwierigsten Phasen in 
Horchs Leben einleiten. Er hat sich in 
zwischen auf die Konstruktion von 
Sechszylindermotoren konzentriert, was 
zwar technisch reizvoll war, ökonomisch 
vielleicht weniger klug. Als die Horch- 
Wagen 1909 die Prinz-Heinrich-Fahrt ver 
lieren, nützt Prokurist Jakob Holler die 
Gelegenheit, um die technische Leitung 
samt August Horch in Frage zu stellen. 
Mit Erfolg: Am 19. Juni 1909 verläßt 
Horch sein eigenes Werk, was letzten 
Endes weniger überraschend war, wie es 
an dieser Stelle klingen mag. 
Wenn man auch annehmen muß, 
daß sich August Horch darüber heftig 
ärgerte, so kann es nur von kurzer Dauer 
gewesen sein. Binnen 72 Stunden 
schafft er es, das nötige Kapital für eine 
neue Firmengründung aufzutreiben und 
wieder von vorne zu beginnen. Die Sache 
hatte nur einen Haken: Seine alte Firma 
hatte sich blitzschnell den Namen 
„Horch" in 27 verschiedenen Kombina 
tionen schützen lassen, er selbst konnte 
ihn also nicht mehr verwenden. Man 
berief eine Sitzung ein, und es war klar, 
so Horch, „daß diese Sitzung niemand 
verlassen durfte, bevor unser Werk einen 
Namen hatte". Die anwesenden Herren 
wurden von einem gerade Latein lernen 
den Sohn erlöst: „Audi" sagte er, was die 
schlichte Übersetzung des Namens 
Horch ins Lateinische ist. Am 25. April 
1910 wird eine neue Firma ins Handels 
register eingetragen: Audi Automobil 
werke GmbH. 
In rascher Reihenfolge entwirft August 
Horch die Modelle Audi Typ A (22 PS), 
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Audi Typ A, 22 PS 
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Audi Typ B, 28 PS 
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Audi Typ C, 35 PS 
1912-1914: Audi als Seriensieger der öster 
reichischen Alpenfahrt Iam Steuer: A. Horch) 
Typ B (28 PS) und Typ C (35 PS), die sich 
vor allem durch große Stabilität und 
höchste Zuverlässigkeit auszeichnen. 
Die zu dieser Zeit mit Abstand härteste 
Prüfung, der man sich stellen konnte, 
war die Internationalen Österreichische 
Alpenfahrt: Berge, Berge, Berge. Audi 
gewann in den Jahren 1912, 1913 und 
1914, Horch war spektakulär zurückge 
kehrt und unumschränkter Herr der 
Alpen. 
Wanderer: Die Erfindung des 
Kleinwagens 
Etwa zur gleichen Zeit - 1913 - prä 
sentiert die Firma Wanderer - bereits 
bestens beleumundet als Fahrrad- und 
Motorradproduzent - ihr erstes Auto, das 
auch gleich das erfolgreichste Modell 
der Firmengeschichte werden sollte und 
als Erfindung des Kleinwagens gelten 
darf: 600 Kilogramm schwer, Radstand 
knapp über zwei Meter, Spurweite knapp 
über einem Meter, Kosenamen Pupp- 
chen. Der offiziell W3 genannte Wagen 
war dermaßen schmal, daß zwei Perso 
nen nur hintereinander Platz nehmen 
konnten und daß die Frage durchaus 
berechtigt war, wo hier eigentlich das 
Differential untergebracht ist. 
Ansonsten brillierte das kleine Auto 
mit ausgereifter Technik und einem 
robusten, modernen Aggregat: Wasser- 
Wie die Welt langsam ins Rollen kam: 
Wanderer Puppchen W311913) 
mit ausgreifter Technik, robustem 
Aggregat und geringem Gewicht 
gekühlter Vierzylinder-Reihenmotor mit 
1147 ccm Hubraum, der bei 1800 Um 
drehungen 12 PS leistete. Der Motor 
spielte sich mit der Leichtigkeit des 
Wagens und konnte so ein damals unter 
Automobilisten weit verbreitetes Pro 
blem vermeiden: Die Überhitzung der 
geplagten Maschine, insbesondere am 
Berg. 
Die Entwicklung des Puppchens dau 
erte fünf Jahre und damit ein Vielfaches 
des damals üblichen, denn Firmen 
gründer Johann Baptist Winklhofer war 
ein Pedant ohnegleichen, quasi ein 
Urahn des enormen Qualitätsanspruchs, 
AUDI I 4 
AUDI 5
	        
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