tionären Technologie bietet der auf dem
Berliner Automobilsalon 1930 vorgestellte
DKW Front F1 aber eine weitere Sensation:
Er kostet nur 1685 Reichsmark!
Noch tiefer als der Preis des Front
war nur die Wirtschaftskrise. Die beste
Zeit des DKW Front F1 wird erst ein paar
Jahre später kommen.
Auto Union:
Im Zeichen der vier Ringe
Zuvor wird Deutschlands Autoindu
strie neu strukturiert und Rasmussen
gehört zu den Erfindern und führenden
Köpfen dieses Plans. Um mehr Schlag
kraft und wirtschaftliche Stärke in Zeiten
der Krise zu gewinnen, schließen sich im
Jahre 1932 vier Firmen zusammen:
Horch, Audi, Wanderer und DKW. Ein
neues Markenzeichen ist geboren: Die
vier Ringe der Auto Union. Die neue
Firma mit Hauptsitz in Chemnitz umfaßt
nun insgesamt 4500 Beschäftigte und
besitzt jene Stärke, um nicht nur zu über
leben, sondern zu neuer Größe aufzu
steigen: Die Auto Union ist in kürzester
Zeit Deutschlands zweitgrößter Auto
mobilkonzern. Die Strategie der unter
dem Zeichen der vier Ringe fusionierten
Firmen klingt auch heute durchaus
vertraut und modern: Einerseits sollte
die Identität der einzelnen Marken —
die alle einen ausgezeichneten Ruf
■ ■
Österreichisches
Natürlich spielen auch einige Landsleute eine
tragende Rolle in Audis frühen Jahren.
1931 wurde ein eben eröffnetes Kon
struktionsbüro von der Firma Wanderer
mit der Entwicklung neuer Fahrzeuge
beauftragt. Dessen Chef heißt Ferdinand
Porsche und gehört längst zu den
großen Meistern der Branche. Porsche
entwirft zwei Sechszylindermodelle
(W15 und W17), danach einen prächtigen
Achtzylinder, ein der Stromlinienform
verpflichtetes Coupe von futuristischer
Anmutung, das leider nie in Serie ging.
Noch wichtiger freilich war Porsches
Rolle zwei Jahre später: Der Auto Union
Rennwagen, mit dem sich die neu ent
standene Firma aufs Schnellste und
Beste profilieren konnte, war sein Werk.
Auch für die Motorenentwicklung der
Auto Union Rennwagen zeichnete ein
Österreicher verantwortlich: Robert Ebe-
ran-Eberhorst, der nach dem Zweiten
Weltkrieg nach einigen Zwischenstatio
nen als Leiter der technischen Entwick
lung wieder zur Auto Union zurückkehrt.
Noch ein Österreicher darf nicht
unerwähnt bleiben: Der 1894 in Böhmen
geborene Carl Hahn, der 1921 zu DKW
kommt, maßgeblich
zum Erfolg der Firma
beiträgt und bei der
Gründung der Auto
Union eine ebenso
zentrale Rolle spielt
wie nach dem Krieg
als stellvertretender
Vorsitzender der Ge
schäftsführung. Hahn
gehörte zu den ersten
Wanderer W17 Cabriolet mit einem von Ferdinand Porsche
entwickelten Zweiliter-Sechszylinder-Motor 119321
hatten - bewahrt bleiben, andererseits
sollten alle Möglichkeiten genutzt wer
den, vorhandene Kräfte und Potentiale
zu bündeln und zu konzentrieren. Das
betraf die technische Entwicklung
ebenso wie den Vertrieb. Die Marke
Auto Union als solche tritt nur im
Rennsport auf. Dort kommt sie aber
schnell zu Ruhm und Ehre. Ein stolzes
Kapitel der Firmengeschichte, nachzu
lesen ab Seite 12.
P
Die Nachdenklichkeit eines Genies: Ferdinand
Porsche 11875 -19511 entwarf die legendären
Auto Union Rennwagen und begründete die bis
heute intakte Tradition großer österreichischer
Techniker in Deutschlands Autoindustrie, die
bis zu seinem Enkelsohn Ferdinand Piech führt
Managern moderner Prägung und war
ein Marketingfachmann ersten Ranges:
So erfindet er bereits 1924 die Raten
zahlung und fördert den Motorsport bei
DKW, den er auch entsprechend zu ver
markten weiß.
Eine abschließende Fußnote mit ein
schlägigem Österreichbezug, der bis in
die heutige Zeit reicht: Zur Vertrags
unterzeichnung mit der Firma Wanderer
schickt Ferdinand Porsche seinen
Schwiegersohn Dr. Piech, ebenfalls
Österreicher. Dessen Sohn Ferdinand
Piech hat in den Achtzigern und Neun
zigern als Chef von Audi die Firma höchst
erfolgreich vorwärts gebracht (quattro!)
und ist heute Vorstandsvorsitzender von
Volkswagen.