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Full text : Die österreichische Special-Ausstellung der Frauenarbeiten auf der Wiener Weltausstellung

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angeregt,  welche  durch  eine  fachgemässe  Kritik  und  Beurtheilung  der  exponirten
  Arbeiten,  Lehrgegenstände,  Programme  u.  s.  w.  in  das  richtige
Geleise  gebracht  werden  könnte.  Die  Arbeitsschule  aber,  als  solche,  zöge
einen  unberechenbaren  Gewinn  aus  einer  Ausstellung,  zu  der  nur  gute
kunst-  und  stylgerechte  Muster,  nur  zweckmässige,  dem  guten  Geschmacke
entsprechende  Arbeiten  zugelassen  würden.  Es  fehlt  in  den  meisten
Schulen  nicht  an  gutem  Willen,  aber  die  Lehrkräfte  selbst  sind  ungeschult
und  daher  untüchtig,  die  rohen  Elemente  zu  bilden  und  umzugestalten,
denen  sie  zu  begegnen  haben.  Eben  diese  Lehrkräfte  würden  in  ihrer
Leistungsfähigkeit  durch  eine  solche  permanente  Ausstellung  klar  erkennbar
sein,  man  könnte  nachhelfen,  ändern,  anspornen,  man  könnte  vor  Allem
die  Schule  zu  dem  gestalten,  was  sie  werden  soll:  eine  Unterrichtsstätte,
die  streng  geordnet  fortschreitet  und  an  der  Schüler  und  Lehiei  sich  in
gleichem,  ernstem  Streben  begegnen.
II.  Weibliche  Strafanstalten.
Dicht  an  die  Schulen  gereiht,  wurden  die  weiblichen  Strafanstalten
ausgestellt.  Sie  sind  ihrem  Charakter  nach  halb  Schulen  halb  Aibeitsstütten,
  und  darum  haben  sie  ihren  Platz  an  der  Grenze  dei  Exposition
von  Lehranstalten  gefunden.
Es  haben  sich  6  dieser  Institute:  Neudorf,  Lankowitz  (Strafanstalt
und  Correctionsanstalt),  Wall.  Meseritsch,  Repy  und  Lemberg  an  der
Ausstellung  betheiligt.  Schwaz  hat  nicht  eingesandt,  weil  die  Zöglinge
nur  auf  specielle  Bestellung  hin  arbeiten,  das  erforderliche  Materiale  von
den  Bestellern  erhalten  und  daher  die  Arbeiten  sogleich  nach  deren  Vollendung ­
  abliefern  müssen.
Die  meisten  der  in  Schwaz  befindlichen  Sträflinge  gehören  dei  niedersten ­
  Classe  der  Bevölkerung  an,  sind  Taglöhnerinnen,  Dienerinnen  etc.
und  beim  Eintritte  in  die  Anstalt  mit  wenig  oder  gar  keinen  Kenntnissen
in  den  weiblichen  Handarbeiten  vertraut.  Stufenweise  werden  sie  zur  Erlangung ­
  der  erforderlichen  Fertigkeit  geführt:  erst  wird  ihnen  das  Spinnen
gelehrt,  worauf  sie,  je  nach  ihren  Fähigkeiten,  ihrem  Alter  und  Stande
und  ihrem  künftigen  Erwerbe,  zu  schwierigeren  und  einträglicheren  Arbeiten ­
  übergehen.  Jüngere  Gefangene  und  solche,  die  zu  mehijährigei
Kerkerstrafe  bestimmt  sind,  werden  auch  aus  Sanitätsrücksichten  abwechslungsweise ­
  mit  Haus-  und  Gartenarbeit  betraut.  Die  Zahl  der  in  Schwaz
befindlichen  Sträflinge  beträgt  60,  und  zwar  sind  von  diesen  mit  Spinnen
6,  mit  Stricken  7,  Häkeln  4,  Filetstricken  3,  Tambouriren  2,  Schlingen  10,
Weissticken  8,  und  mit|  Nähen  (sowohl  für  das  Haus  als  für  Kunden)
20  beschäftigt.  Sie  werden  theils  ohne,  theils  mit  Unterbrechung  in
diesen  acht  Arbeitszweigen  verwendet.
In  der  Strafanstalt  zu  Wallachisch-Meseritsch  befinden  sich  durchschnittlich ­
  25o  Sträflinge,  von  denen  11  als  Marode  und  Krüppel,  23y
            
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