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diesem Zwecke künstlerische Hilfe in Anspruch genommen und durch
solches ergänzendes Mitwirken ein vollendetes Resultat erzielt.
IV. Nationale weibliche Hausindustrie.
Die Geschichte und die Poesie der Frauenarbeit ist an der Ausstellung
durch die nationale weibliche Hausindustrie vertreten. Fast von allen
Ländern, vom höchsten Norden bis tief in den Süden hinab, sind die Producte
solcher Frauenthätigkeit zur Aufstellung gebracht worden, oft nur
in kleinen Probestücken, oft in einer Reihe von Prachtwerken, wie sie die
Vorzeit gestaltet und die kunstfertige Hand der Frauen bis heute erhalten
oder neu geschaffen hat. Charakter und Eigenthümlichkeiten der Völker
treten in diesen Arbeiten zu Tage, in denen sich bald die Farbengluth, der
Glanz und Reichthum des Südens, bald der kühle ernste Fleiss des Nordens
widerspiegeln, in denen sich die Verwandtschaft oft weit getrennter
Volksstämme erkennen und nachweisen lässt und die nicht selten, getreuer
als jede andere Ueberlieferung, von Sitte und Brauch, von den Bedürfnissen,
von der Cultur eines Volkes erzählen.
Die Hausindustrie ist in den Ländern, welche an der Heerstrasse des
Verkehrs liegen, im Ersterben. Ueberall, wo die Fabriksschlote auftauchten,
wo der Welthandel rege wird, wo die Schienenwege ihre Geleise
ziehen, flüchtet sie nach Thunlichkeit in die Einsamkeit und verbirgt
sich in die Gebirgsthäler und auf Berghöhen und sucht sich dort festzunesteln,
wohin am wenigsten vom geräuschvollen Weltverkehr dringt.
In vielen Fällen jedoch hat die Hausindustrie ihr Recht behauptet und
ist, wenn auch oft in neugestaltender Entfaltung auf den Weltmarkt
hinausgetreten und hat dort die Producte des Handels und der Industrie
nach ihrem Sinne geformt und in die weite Welt gesandt.
Die Filigrane Italiens, die Hedebosynings, die Arbeit der Heidebäuerinnen
in Dänemark, die Klöppelspitzen der Niederlande, die Stickereien der
Schweiz, die herrlichen Shawls Indiens, die Teppiche Persiens und
hundert ähnliche Dinge, sind die freigewordenen Werke der Hausindustrie,
die erst in der einsamen Hütte ihren Anfang genommen, um
als angestaunte Wunderwerke ihren Weg jahrhundertelang durch die Welt
zu machen.
Dem conservativen Sinne der Frau ist es gelungen, viel für die Bewahrung
solcher nationaler Industrie zu thun. Wenn der Mann längst
Hammer und Meissei, Töpferform und Schnitzmesser von sich geworfen,
um die Werkzeuge fremder eingewanderter Kunstfertigkeiten zu fassen
und sich anzueignen, hält die Frau den selbstgesponnenen Faden, Klöppel
und Webeschiffchen noch fest und arbeitet und sinnt und schafft an
den liebgewordenen kleinen Kunstwerken, deren Technik sie von Ahnen
und Urahnen überkommen hat.
Von solchen Dingen hat die Ausstellung, als Repräsentanten der nationalen
weiblichen Hausindustrie Oesterreich’s, Frauenarbeiten aus 7 Pro-