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Full text : Kunst und Kunstgewerbe in Tirol : aus Anlass der kunstgewerblichen Ausstellung in Innsbruck im August 1878. Vortrag gehalten am 14. November 1878 im österr. Museum

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Ueberschuss  erzielt,  der  zur  Anschaffung  von  Lehrmitteln  verwendet  werden ­
  wird.  Der  betreffende  Garantiefond  wurde  nicht  in  Anspruch  genommen. ­
  Auch  das  finanzielle  Resultat  der  gemachten  Ankäufe  ist  ein  zufriedenstellendes ­
  und  würde  gewiss  ein  glänzendes  gewesen  sein,  wenn  nicht
einerseits  die  Pariser  Weltausstellung  einen  grossen  Theil  des  kauflustigen
Publicums  in  Anspruch  genommen  hätte,  und  wenn  nicht  andererseits  die
abnormen  Witterungsverhältnisse  dem  Zuzug  von  Fremden  in  hohem  Grade
hinderlich  gewesen  wäre.  Auch  dadurch  würden  die  pecuniären  Interessen
der  Aussteller  besser  gewahrt  worden  sein,  wenn  die  Südbahn-Gesellschaft
auch  zu  ihrem  eigenen  Besten  eine  Fahrpreis-Ermässigung  für  die  Besucher
der  Ausstellung  hätte  eintreten  lassen,  so  dass  für  Gewerbetreibende,
Lehrer,  ja  selbst  die  Landbevölkerung,  die  sich  für  die  Ausstellung  lebhaft
interessirte,  der  Besuch  erleichtert  worden  wäre.  Wenn  wieder  nach  Verlauf ­
  einiger  Jahre  eine  solche  Ausstellung  in  Innsbruck  stattfinden  wird,
wird  es  sich  deutlich  zeigen,  welche  Fortschritte  in  der  Zwischenzeit  auf
industriellem  Gebiete  in  Tirol  gemacht  wurden.  Ob  und  in  wie  weit  es
wünschenswerth  ist,  mit  einer  solchen  Ausstellung  auch  eine  Ausstellung
von  Werken  Tiroler  Künstler  im  eigentlichen  Sinne  des  Wortes  zu  verbinden, ­
  ist  eine  Frage,  die  wohl  einer  reiferen  Erwägung  werth  ist.  An
und  für  sich  gibt  es  eigentlich  keinen  principiellen  Unterschied  zwischen
Kunst  und  Kunsthandwerk,  denn  es  handelt  sich  bei  der  kunstgewerblichen ­
  Production  wesentlich  darum,  die  allgemein  gütigen  Gesetze  der
Kunst  auf  das  specielle  Gebiet  der  Kunstindustrie  zu  übertragen  und  andererseits ­
  würde  es  auch  bei’einer  solchen  Verbindung  manchem  Künstler
nahe  gelegt  werden,  dass  es  sein  eigenes  Interesse  verlangt,  auch  der
Kunst  im  Gewerbe  seine  Aufmerksamkeit  zuzuwenden.  Denn  in  der
Glanzperiode  der  Kunst  im  Mittelalter  und  in  der  Renaissance  hat  man
die  Gegensätze  zwischen  Kunst  und  Kunsthandw'erk  nicht  gekannt.  Wenn
die  Künstler  in  ihrem  eigenen  Handwerk  tüchtig  sein  würden,  und  wenn
in  die  Gewerbe  ein  frischer  Strom  künstlerischer  Anschauung  käme,  so
hätten  beide  gleich  gewonnen,  Künstler  und  Kunsthandwerker.  Ich  habe
diese  Frage  flüchtig  berührt  und  zwar  aus  dem  Grunde,  weil  achtbare
Kreise  in  Innsbruck  diese  Frage  gestellt  haben.
Bekanntermassen  ist  die  Ausstellung  in  Innsbruck  vom  Oesterr.
Museum  angeregt,  und  von  einem  Landes-Comite,  an  dessen  Spitze  der
Statthalter  stand,  energisch  durchgeführt  worden.  Es  wurde  bei  dieser
Ausstellung  Veranlassung  genommen,  eine  Reihe  von  Wiener  Firmen,
sowie  je  eine  aus  Prag,  Znaim  und  Cilli,  zur  Beschickung  einzuladen.
Diese  Abtheilung  war  für  Tirol  lehrreich;  denn  es  waren  nur  solche
Firmen  in  Innsbruck  erschienen,  welche  hervorragende  künstlerische  und
technische  Leistungen  aufzuweisen  haben,  und  gewiss  haben  viele  Besucher ­
  aus  dem  Gewerbestande  sich  veranlasst  gesehen,  von  den  Fortschritten ­
  der  Wiener  Technik  Kenntniss  zu  nehmen.  Aber  nicht  allein
            
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