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sali sich daher veranlasst, im Jahre 1837 Versuche in der 
Herstellung ganzer Möbel, namentlich Stühlen, zu machen. 
Man denke sich ein Paquet von Fournierstreifen gleicher 
Breite zusamniengelegt. Dieses Paquet von Schienen oder La 
mellen wurde in flüssigen Leim gebracht und darin gekocht. 
Hierauf wurde mittelst einer sehr einfachen mechanischen Vor 
richtung das aus der Leimpfaune genommene Paquet in jener 
Weise gestaltet, gebogen, als es mit Rücksicht auf die zu 
künftige Bestimmung notbwendig erschien. Dabei musste sein- 
schnell verfahren werden, damit der die Zwischenräume er 
füllende, auf den breiten Flächen der Lamelleu ausgebreitete 
und auch das Holz selbst durchtränkende Leim nicht vorzeitig 
erstarre. Der nun gekrümmte Möbeltheil blieb so lange durch 
die Biegmaschine gefesselt, bis er völlig getrocknet war. Die 
einzelnen Holzstreifen hatten und behielten allerdings die Ten 
denz, in ihre ebene Gestalt wieder znrückzukehreu, die Span- 
nungskräfte, welche sie wieder gerade zu strecken bemüht 
waren, wurden jedoch durch die Festigkeit des inzwischen 
erhärteten Leimes aufgehoben. Der gekrümmte Möbeltheil 
blieb nun in der ihm aufgenöthigteu Gestalt. 
Je dünner die Lamellen waren, desto stärkere Krüm 
mungen konnte man ihnen zumuthen, desto mehr solcher La 
mellen waren aber für eine bestimmte Dicke des Möbelthei- 
les erforderlich. Diese Methode gestattete jedoch nur Krüm 
mungen nach ebeuen Kurven, d. h. man konnte nur Möbel- 
theile herstellen, welche auf eine ebene Fläche gelegt, diese 
mit der Seitenkante ihrer ganzen Ausdehnung nach berühren 
mussten *). 
Da jeder einzelne Möbeltheil seiner Gestalt nach einer 
Ebene angehörte, so war der Möbelbau bei der Wahl der For 
men sehr beengt. Sie hatten stets etwas Steifes, Geometri 
sches an sich. Der einzelne Thei 1 zeichnete sich durch Kühn 
heit der Krümmung, durch Schwäche der Breiten- und Dicken- 
*) Ein nach dieser Methode angefertigter Stuhl aus dem Jahre 1839 
war in der additioneilen Ausstellung der Wiener Weltausstellung 
exponirt und befindet sich gegenwärtig im technologischen Museum 
zu Mariabrunn.
	        
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