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Full text: Michael Thonet, der Erfinder und Begründer der Bugholzmöbel-Industrie

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Übertragung des Geschäftes auf Thonets Söhne. 
Siedlung in die Mollardmühle im Sommer 1853 waren dort 
42 Arbeiter beschäftigt, u. zw. 9 Tischler, 1 Drechsler, 8 Fur 
nierschneider (Handbetrieb), 2 Leimen 8 Raspier, 2 Beizer, 
10 Polierer und 2 Zusammenschrauber. 
Die Rohrgeflechte wurden außer Haus besorgt. Während 
bisher die Maschinen bloß mit Handbetrieb gearbeitet hatten, 
wurde Ende 1853 zum Betriebe derselben eine kleine vier- 
pferdige Dampfmaschine aufgestellt. 
Übertragung des Geschäftes auf 
Thonets Söhne. 
Schließung 
eines Ge 
sellschafts 
vertrages 
mit seinen 
Söhnen. 
Disziplin, Ordnung und Gehorsam; ohne das 
lassen sich überhaupt Großbetriebe in der Welt 
nicht denken, auch in keiner Zukunft und in keiner 
Gesellschaftsordnung, mag man sie für sich aus 
phantasieren, wie man will. Aber bei allem Zu 
geständnis der Notwendigkeit der Ordnung und 
der Einordnung ist es eine der ersten Aufgaben, 
darüber nachzudenken, wie man der Einzelpersön 
lichkeit auch innerhalb des Dienstes gewissen 
Spielraum läßt. 
Fr. Naumann („Das blaue Buch“). 
Am 1. November 1853 übertrug Michael Thonet das 
Geschäft auf seine fünf Söhne: Franz, Michael, August, 
J o s ef und Jakob Thonet. Michael Thonet war damals 
zwar erst 57 Jahre alt und in der Vollkraft seines Schaffens. 
Jedoch im vollen Vertrauen zu seinen Söhnen und von der 
Absicht geleitet, ihnen die Früchte seiner Erfindungen und 
seines rastlosen Mühens zuzuwenden und sie gleichmäßig am 
Geschäfte zu beteiligen, schloß er an diesem Tage einen Ge 
sellschaftsvertrag mit ihnen ab, wonach er die oberste Leitung 
des Geschäftes behielt, seine Söhne jedoch zu Inhabern der 
Firma machte, sich selbst mit der Prokuraführung begnügte 
und die Vertretung für seinen minderjährigen Sohn Jakob über 
nahm. Mit der Leitung aber blieb es so bis an das Lebens 
ende des rast- und selbstlosen Manntfs. Obwohl an der Firma 
nicht beteiligt, behielt er doch stets die Oberleitung derselben. 
Ohne sein Einverständnis wurde kein wichtiger Schritt getan, 
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Die ersten Exportaufträge aus Südamerika. 
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sein Wille war seinen Söhnen heilig und stets galt er nicht 
nur seinen Söhnen, sondern allen Angestellten und Arbeitern 
als oberster Chef des Hauses. 
Die Firma „Gebrüder Thonet“ wurde protokolliert. 
Michael Thonet durch Preismedaillen 
ausgezeichnet. 
Im Jahre 1854 erhielt Michael Thonet in München die 
Preismedaille, im folgenden in Paris die Preismedaille erster 
Klasse. Während in der 1851er Londoner Weltausstellung aus 
schließlich Luxusmöbel in Verbindung mit Kunsttischlerarbeiten 
ausgestellt wurden, war das Bestreben Michael Thonet's 
bei diesen beiden Ausstellungen dahin gerichtet, dem Publikum 
die mittlerweile geschaffenen neuen gangbaren Formen ge 
bogener Sitzmöbel vorzuführen, welche sich im Inlande so 
wohl in den Wohnräumeu, als auch in öffentlichen Lokalen 
Eingang verschafft hatten und durch ihren mäßigen Preis für 
den großen Konsum geeignet waren. Die Erfolge blieben nicht 
aus. Der Artikel, der bisher bloß im Inlande bekannt war, 
fand nun auch außerhalb Österreichs Absatz, namentlich in 
Paris fand er viele Liebhaber, und es langten damals von 
dort auch die ersten Exportaufträge aus Südamerika ein. ln 
der französischen Hauptstadt erregte Thonet durch zwei 
Tische und drei Parkettentafeln, in welchen Streifen geboge 
nen Holzes in den schönsten und mannigfaltigsten Verschlin 
gungen eingelegt waren, besonders großes Aufsehen. Da 
zeigte sich eben die bisher unbekannte Kunst des 
Holzbiegens in ihrer ganzen Bedeutung; denn 
auf den großen Platten der beiden Tische waren die meister 
haften Dessins durch gemogenes Holz ausgeführt, das durch 
Beizung die Farbe und das Aussehen verschiedener feiner 
Holzarten, wie Nuß-, Mahagoni-, Palisander- und anderes Holz, 
erhalten hatte. Ebenso*mannigfaltig zeigten sich die Fußboden 
parketten, deren Arabesken durch die verschiedenen Krüm 
mungen und künstliche Beizung der Holzschienen hergestellt 
wurden, ln hohem Grade zogen diese Gegenstände die Auf- 
Gründüng 
und Proto 
kollierung 
der Firma 
Gebrüder 
Thonet. 
Thonet- 
Möbel er 
regen in 
Paris 
großes 
Aufsehen.
	        
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