26
Einführung des maschinellen Betriebes.
Erteilung
einer
Landes
be
fugnis.
In der ersten Zeit wurde die halbfertige Ware zum Fertig
machen und Montieren von Koritschan in die Wiener Fabrik
geschickt, und erst Ende 1857 war die Fabrik in Koritschan
so weit, ausschließlich fertiges Produkt in direkten Versand
zu bringen.
Am 9. November 1857 wurde der Firma Gebrüder Tho-
n e t von der k. k. niederösterreichischen Statthalterei eine
Landesbefugnis auf Erzeugung von Möbeln, Parketten und
anderen Holzwaren erteilt und wurde dieselbe mit Dekret
der mährischen Statthalterei am 14. September 1858 für Mäh
ren übertragen.
Im Mai 1858 wurde die Wiener Fabrik, Mollardgasse,
ganz aufgelöst, die Magazine nebst der Wohnung nach der
Leopoldstadt verlegt und dortselbst auch eine zweite Ver
kaufsniederlage errichtet. Bald darauf wurde die seit 1852 in
der Strauchgasse bestandene Niederlage aufgelassen.
Einführung des maschinellen
Betriebes.
Selbst-
konstruk-
tion von
Spezial-
maschinen,
Michael Thonet war mit seinen Söhnen unermüdlich
tätig in der Schaffung neuer Artikel, neuer Formen und in
Verbesserungen des Fabrikationsverfahrens. In dem fortge
setzten Bestreben möglicht ökonomisch zu arbeiten, wurde die
Teilung der Arbeit weiterentwickelt, und soweit als tunlich
der maschinelle Betrieb eingeführt. Zu diesem Zwecke mußte
eine Menge neuer Hilfsmaschinen und Werksvorrichtungen er
sonnen und geschaffen werden.
Aber Michael Thonet beschränkte sich nicht nur auf
die Herstellung solcher Spezialmaschinen, auf deren Selbst
konstruktion er angewiesen war. Bei dem Umstande, daß der
erzielte Geschäftsgewinn zu den Anlagekosten, welche die
Geschäftsvergrößerung erheischte, nur spärlich ausreichte und
fremde Hilfe nicht in Anspruch genommen wurde, mußte mit
allen Anschaffungen sehr ökonomisch vorgegangen werden.
Da die Mittel nicht ausreichten, kostspielige Maschinen zu
kaufen, so kam es dazu, daß, soweit dies tunlich war, die