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Ein Privilegium auf Räder schweren Fuhrwerkes.
Modell
eines
Kanonen
rades.
durch die Erfindung einer eigentümlichen Radnabenkonstruk
tion zu einem wertvollen praktischen Resultate, wenn auch
die Firma Thonet selbst keinen materiellen Erfolg damit
erzielte.
Am 8. Jänner 1860 nahm die Firma Thonet auf eine
eigenartige Konstruktion von Naben für die Räder schweren
Fuhrwerkes ein Privilegium, welches bis zum 8. Jänner 1865
verlängert wurde. Die Konstruktion dieser eigenartigen Nabe
besteht aus einer Scheibe, welche mit einer metallenen Achs-
büchse aus einem Stücke angefertigt ist, und aus einer, eben
falls aus Metall hergestellten Verschlußplatte. Die hölzernen
Speichen sind an ihrem, die Nabe bildenden Ende verstärkt
angefertigt und derart keilförmig zugeschnitten, daß sämt
liche Speichen des Rades mit ihren Verstärkungen aneinander
stoßen und sich einerseits gegen die Scheibe anlegen, anderer
seits durch die Verschlußplatte mittels Schraubenbolzen fixiert
werden, die durch die Scheibe, durch die Speichenköpfe und
die Verschlußplatte gehen und mittels Muttern fest an die
Scheibe angezogen werden. Um die Festigkeit der Nabe zu
erhöhen, sind die Scheibe und die Verschlußplatte so geformt,
daß sie sich an die in der Richtung der Radachse keilförmig
auseinandergehenden Speichenköpfe fest anschließen.
Derart konstruierte Räder sind für Kanonen und schweres
Fuhrwerk besonders geeignet; für ersteren Zweck, nament
lich deshalb, weil die Speichen, welche im Kriege zerschossen
oder durch irgend einen Unfall zerstört werden, durch Ab
schrauben der Verschlußplatte leicht herausgenommen und
durch neue ersetzt werden können.
Das erste Modell eines solchen Kanonenrades wurde dem
Wiener k. u. k. Arsenale zur Begutachtung vorgezeigt, fand
aber zu jener Zeit nicht die erwartete Beachtung. Trotzdem
wurden im Jahre 1862 — ohne Rücksichtnahme auf das
Thonet’sche Patent — für die 8 cm und 12 cm Batterie-
festungs- und Depressionslafetten Räder mit Eisennaben nach
Thonet’schem System in den Werkstätten des k. u. k. Arse-
nales unter dem Namen Thoneträder hergestellt und
sind solche auch heute noch bei dem Feldartilleriemateriale
Die Firma Thonet nimmt ein Patent auf die Kanonen
radkonstruktion.
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M. 1875 und den Trainfuhrwerken des Truppentrains M. 1883
im Gebrauche.
Nachdem — wie schon erwähnt — das dem österrei
chischen k. u. k. Arsenale vorgezeigte Modell nicht die ver
diente Würdigung gefunden, wurde sodann ein Kanonenrad
dem preußischen Kriegsministerium nach Berlin zugesandt,
welches es sehr zweckmäßig fand und der Firma Gebrüder
Thonet einen Auftrag auf acht komplette Räder mit
Büchsen und Achsen für zwei Kanonen erteilte. Dieser Auf
trag wurde zur großen Zufriedenheit ausgeführt, die Räder
wurden im Schleswig-Holstein’schen Kriege in Gebrauch
genommen. Das preußische Kriegsministerium teilte der Firma
Gebrüder Thonet mit, daß es von den Vorzügen dieser
Räder sehr befriedigt sei und die Absicht habe, dieselben bei
der Armee einzuführen. Als nun aber die Firma Gebrüder
Thonet mit der preußischen Regierung in Verhandlungen
trat, um ihr das angemeldete Räderpatent zu verkaufen,
wollte man in den Archiven des Kriegsministeriums eine alte
Zeichnung aus dem Jahre 1794 mit einer ähnlichen Naben
konstruktion gefunden haben. Auf Grund dieser alten Zeichnung,
nach welcher jedoch niemals ein Rad ausgefiihrt worden war,
wurde die Neuheit der Thone t’schen Räderkonstruktion
nicht anerkannt und die Erteilung des angemeldeten Patentes
verweigert. Die preußische Regierung konnte diese Räder
nun ungehindert in ihren Arsenalwerkstätten anfertigen. Diese
Räder wurden bei der ganzen preußischen Artillerie ein
geführt und werden, obwohl man die Neuheit nicht aner
kennen wollte, »Thoneträder« genannt, unter welchem Namen
sie heute noch in den Artillerieinstruktionen bezeichnet sind.
Nach solchen Erfahrungen nahm die Firma ein Patent
auf diese Radkonstruk^ion in England und wandte sich an
Sir William Armstrong, den Erfinder der Armstrong
kanone, welcher die Erfindung ganz neu fand und deren Ein
führung bei der englischen Armee befürwortete. Das Spezial
komitee des Woolwicharsenals erklärte die Sache für neu
und empfehlenswert und es sollte nur noch der Ausspruch
des Selected Comity entscheidend sein. Dessen Bescheid
lautete jedoch: „Nachdem in der Versammlung des Selected
Verwen
dung von
Thonet
räder im
Kriege.