Anna Thonet, geb. Crass.
f 10. Jänner 1862.
Hinscheiden der Frau Anna Thonet.
35
Tod der Lebensgefährtin Michael
Thonets, Frau AnnaThonet, geb.Crass.
„Nicht nur der moralische Charakter, auch die
Geisteskraft des Mannes findet in der sittlichen
Reinheit und geistigen Bildung des Weibes den
besten Schutz und Beistand.“
„Die ärmlichste Haushaltung, von einer tugendhaften,
emsigen, liebevollen und reinlichen Frau
versehen, wird zu einer Stätte des Behagens, der
Tugend und des Glückes. Hier zeigen sich die
herzlichsten Beziehungen des Familienlebens; sie
wird dem Manne durch manche köstliche Erinnerung
wertvoll; sie verschafft ihm ein Heiligtum für
sein Heim, eine Zufluchtsstätte gegen die Stürme
des Lebens, einen trauten Ruheplatz nach der
Arbeit, einen Trost im Mißgeschick, einen Stolz
im Gedeihen und eine Wonne zu jeder Zeit.“
Ein Tag schwerster Prüfung, tiefsten Schmerzes war
der 10. Januar 1862, der Michael Thonet die treue, liebevolle
Gattin, den Kindern die beste, aufopferndste Mutter entriß.
Anna T honet, geborene Crass, reichte im Januar 1820
dem Manne ihrer Wahl die Hand zum ewigen Bunde. Die
Ehe war die denkbar glücklichste und eine stattliche Reihe
von Kindern ging aus ihr hervor. Von vierzehn Sprossen,
mit denen die Gattin den Gatten beschenkt hatte, erreichten
leider nur sieben reifere Jahre, während die übrigen im kindlichen
Alter starben. Wir wissen bereits, welche Fährlichkeiten
das Schicksal der Ehegatten bedrohten, wie namentlich
in den ersten zwei Jahrzehnten die Sonne des Glückes
ihnen nur spärlich leuchtete. Vom Beginne der Ehe angefangen
bis zum Tode de^ edlen Frau war sie eine treue Helferin
und Beraterin ihres Mannes; sie war es, welche in Stunden
und Tagen der Trübsale den gesunkenen Mut ihres Gatten
wieder aufrichtete und ihm durch ihre Ruhe und ihr unerschütterliches
Gottvertrauen neue Kraft einflößte. Die Füh-Eine
treue
Helferin
und Beraterin
ihres
Mannes.
rung des Haushaltes, die Wartung und Erziehung der großen
Kinderschar legten ihr ein außerordentliches Maß von Pflichten
auf, aber ihre Arbeitsfreudigkeit und ihr Opfermut über-