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Full text : Die Prager Handels-Akademie von ihrer Gründung bis zur Gegenwart (1856-1873) : Gedenkschrift aus Anlass der Wiener Weltausstellung 1873

Ganzen  jedoch  nur  2V s °/o  der  Schüler.  Bei  der  grösseren
Mehrzahl  derselben  hat  sich  die  Erfahrung  bestätigt,  wie
bedenklich  es  sei,  wenn  junge  Leute  dem  Unterrichte  in  der
Handelsakademie  die  praktische  Lehrzeit  vorausgehen
lassen,  und  dass  das  Gegentheil  das  Richtige  sei;  denn  der
Unterricht  knüpft  dann  unmittelbar  an  den  allgemeinen
Unterricht  an,  der  jugendliche  Geist  ist  noch  mehr  in  der
Disposition  zur  Unterwerfung  unter  die  nothwendige  Schulordnung, ­
  ist  biegsamer  und  nimmt  gewisse  Dinge  behender
auf  und  fügt  sich  leichter  in  anhaltende  Beschäftigung  sowohl ­
  mit  schriftlichen  Arbeiten,  als  mit  wissenschaftlichen
Studien  überhaupt.
Dagegen  werden  die  vermeintlichen  Vortheile  des  entgegengesetzten ­
  Falles  meistens  durch  den  grossen  Uebelstand
erkauft,  dass  manche  wichtige  Einzelnheiten  des  beim  früheren ­
  allgemeinen  Unterrichte  Erlernten  während  der  Zeit
der  praktischen  Beschäftigung  dem  Geiste  abhanden  kommen,
oder  doch  weniger  geläufig  werden,  wodurch  das  Anknüpfen
der  nach  der  Zwischenzeit  wieder  eintretenden  Studien  erschwert ­
  ist.  Der  Lehrbrief  war  in  einem  solchen  Falle  nicht
im  Stande,  den  jungen  Leuten  die  Eignung  zum  Studium
wiederzugeben,  die  sie  im  praktischen  Leben  eingebüsst
hatten.  Tritt  aber  der  junge  Mann  nach  dem  Abgänge  von
der  Anstalt  in  ein  Geschäft  ein,  so  bringt  er  einen  gereifteren
  Geist  mit,  welcher  ihm  die  schnelle  Erlangung  der
nöthigen  praktischen  Fertigkeiten  leicht  macht.
Bei  dieser  Gelegenheit  dürfte  es  auch  nicht  unpassend
sein,  davon  abzurathen,  dass  Jünglinge,  welche  die  Anstalt
besuchen,  nebenbei  sich  praktisch  beschäftigen;  denn  die
Anstalt  verlangt,  wie  jede  andere  Lehranstalt,  eine  ungetheilte,
  gesammelte  Anwendung  der  Kräfte,  ohne  welche
wenigstens  keine  zusammenhängende,  systematische,  in  sich
abgeschlossene  Bildung  zu  erreichen  ist.  Will  der  Schüler
einen  Erfclg  von  dem  Besuche  des  Unterrichtes,  so  muss  er,
so  lange  er  der  Anstalt  angehört,  sich  dieser  wesentlich
allein  widmen.  Die  wenigen  Jünglinge,  welche  eine  praktische
Beschäftigung  mit  dem  schulmässigen  Unterrichte  zu  vereinigen ­
  suchten,  haben  bald  das  Nachtheilige  dieser  Combi-
            
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