Abb. i. »Vier Jahreszeiten.« Wandbehang von Gottlieb Theodor v. Kempf.
INHALT UND KURZE ERLÄUTERUNG
DES ERSTEN HEFTES.
1. Decke, Kapuziner-Kresse, entworfen von Josef Bönisch
(Sehlde: Prof. Josef II0FFM ANN, Kunstgewerbeschule des Je. Je. öster
reichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien).
Die Enden sind herabhängend gedacht, die geblümten Theile
auf einer Tischplatte oder sonstwie wagrecht liegend. Die Blüthen-
reihen, abwechselnd zu zwei und drei Blüthen, können natürlich,
der Länge des Stückes entsprechend, beliebig oft wiederholt
werden.
Als Mache ist in der Hauptsache Aufnäharbeit gedacht, etwa
Leinen auf Leinen, Seide auf Leinen oder Seide auf Seide. Die
Blätter, Blüthen und Stengel werden mit dunklerer, grüner Schnur
umrandet ; aus derselben Schnur werden auch die Adern der Blätter
angegeben. Die kleineren Flächen können auch in Flachstich aus
geführt werden.
2. Randstreifen, Löwenzahn, entworfen von Frl. Antoinette
Krasnik (Schule: Prof. Kolo MOSER, Kunstgewerbesclude des
Ic. Je. österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien).
In Flachstich auszuführen, die grünen Flächen am besten in
gelegten, niedergenähten Fäden, sogenannter arabischer (orientali
scher) Technik. Bei den rothgelben und weissen Theilen folge man
in der Fadenlage der Linienführung der Zeichnung. (Siehe Abbil
dung 4.)
3 a. Randstreifen, mit Benützung des Dendrobium chrysotoxum,
entworfen von Frl. Jutta Sicka (Schule: Prof Kolo MOSER).
Die Blätter werden in Stoff aufgenäht oder besser in ge
legten, niedergenähten Fäden (arabischer Technik) ausgeführt, die
Adern der Blätter in Schnur aufgenäht oder besser durch Aus
lassen des Grundes wiedergegeben; die übrigen grünen Theile in
Flachstich. Die Blüthen in Stoff aufzunähen und mit weisser Schnur
zu umranden oder in Flachstich; die röthlichen Theile in Knötchen
stich auf Stoff oder Flachstich.
(Die Innenseite des zu bestickenden Stoffes oben.)
3 b. Randstreifen, entworfen von Josef Bönisch (Schule: Prof
Josef H OFFMANN).
Je nach dem zu besetzenden Stoffe werden entweder die grünen,
die weissen Flächen oder beide in Stoff aufgenäht; die braunen
Linien in Schnüren; die gelben Flächen in Aufnäharbeit oder Flach
stich, allenfalls mit Knötchenstich aufgesetzt.
(Die Innenseite des zu bestickenden Stoffes unten.)
4 a. Randstreifen, Leberblümchen, entworfen von Frl. Marietta
Peyfuss (Schule: Prof. Kolo MOSER).
In aufgenähten Schnüren auszuführen.
4b. Randstreifen, entworfen von Frl. Antoinette Krasnik (Schule:
Prof. Kolo MOSER).
Aufnäharbeit in Stoff mit gelegten Schnüren.
5. Rand für einen Vorhang, entworfen von Max Benirschke
(Schule: Prof. Josef HOFFMANN).
Empfiehlt sich auch zu grösserer Ausführung, so dass wenig
stens die Hälfte einer Yorhangbreite durch das Muster eingenommen
wird. Die Ausführung erfolgt dann am besten in Aufnäharbeit mit
Schnüren; bei kleinerer Ausführung ist wenigstens stellenweise
natürlich auch Flachstich angezeigt.
6. Kissen, entworfen von Maler Adolf Böhm, Klosterneuburg
bei Wien.
Auszuführen in Aufnäharbeit und aufgelegten Schnüren. Der
eigentliche Grund (roth) kommt nach den Absichten des Künstlers
nur als Begleitung der aufgelegten, grünlichen Schnur zum Vor
schein. Das Wichtigste ist ein feines Zusammenstimmen der Stoffe,
da der Hauptreiz der Arbeit in dem Ineinandergreifen der Farben
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