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Genuefifcbe Klöppelfpitje
Matines zu Lilles und pcint de France und Valenciennes zu
Mailänderfpitjen. □
Man darf nicht vergeffen, daß in jener Zeit der Stil in alten
Zweigen ein einheitlicher war. Die Ornamente, fei es nun für
Brokate, Gläferätjung, Waffen, Leder, Sammet, Spieen, ent*
fprangen alle demfelben, febr ausgeprägten Stilgefühle. □
Bei den älteften Spitjen mußte das Ornament in feinen Linien
ganz dicht ineinander paffen; d. h. es blieb von Linie zu Linie
nicht mehr Zwifchenraum, als eine bride überbrücken konnte.
Das Mufter war groß*
zügig und füllte die
gegebene Breite der
Spitzen voll aus. Häufig
ift ein Hauptftamm, von
dem aus lieh Zweige
ranken und Blumen
veräfteln und möglicbft
gleichmäßig über den
Raum verteilen. □
Eine andere Hrt der
Zeichnung, ein orna*
mentales Labyrinth und
ein bandartig verfeblun*
gener in feiner Hbart
mufcbelartiger Deffin,
war fehr verbreitet,
befonders letzterer in
jenen Gegenden, wo die
Spitjenerzeugung nur
bäuerliche Hausinduftrie blieb, wie in einem Teile Deutfchlands,
in Rußland und Skandinavien. Aber hier wurde fie zu einem
toten Arm, und die Linien der Zeichnungen werden immer
geiftlofer naebgeabmt, wie es ftets mit ftagnierenden Gedanken
gefebiebt. □
Sehr bezeichnend für diefe Art hausbackener Delfins nennen
die Italiener diefe Spifjen vermicelli. Die oft febr bübfeben
Litjenfpifjen find eine bequeme und billige Nachahmung der*
felben und entarten fcbließlicb in die fcbrecklicben modernen
pointdaces. Je feböner
und vollkommener die
Spitjen ficb entwickel
ten, defto mehr trach
teten Zeichnung und
technifche Ausführung
miteinander Schritt zu
halten. Um dem Zwange
des Ineinanderfügens
der Linien zu entgehen,
machte man brides, die
ficb in der weiteren
Technik veräftelten und
noch fpäter eine unre
gelmäßige, wabenartige
Maffe bildeten. Es war
den Klöpplerinnen Vor
behalten, den eigent
lichen réseau erfunden
zu haben. □
Malines