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Rite Point de Flandre
(Vorläufer der Valenciennes, Lilles, Malines ufw.)
Rite Point de Bruges
(zuerft werden die Blumen angefertigt und dann mit »Brides« verbunden; alles aut
einem runden Polfter mit wenigen Klöppeln gearbeitet)
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Von den flandtifcben Spieen übernahmen den téseau die
points d’Rlencon, und von denen wieder die Venezianer; erft
mit dem Rufkommen des regelmäßigen rcseaus, welches der
Zeichnung Rückhalt und Stütje gab, konnte hieb diefe frei ent»
falten. Es ift die befte Zeit für den Stil der Spieen. Das Orna»
ment folgte im freien Schwung, ungehemmt durch technifcbe
Rückfichten, den Eingebungen der Phantafie und blieb edel.
Man fühlt noch die traditionelle Schulung und das Maßhalten;
fpäter erft zerfplitterten fich die Ornamente, wurden erfindungs»
arm und fparfam, was auch teilweife durch die billigere Her»
ftellungsart, insbefondere als die Rpplikationen aufkamen, be»
dingt war. So bat die Erfindung des réseaus einen ausfcblag»
gebenden Einfluß auf die Zeichnung und Rrt der Spieen ge»
nommen. Jeljt erft konnten die leichten zarten Volants gemacht
werden. Die Spitzen individualifierten fid), oder beffer getagt,
nationalifierten fich. Der Zeichner konnte feiner Phantafie mehr
Spielraum geben und fand reiche Rnregung in den berrfchenden
beimatlidien Ornamenten, fowie in der Verwendung für die
Volkstrachten und bäus»
lieben Gewohnheiten.
Geograpbifcb hat aber
anfangs Italien mit fei»
nen Spätrenaiffanceor»
namenten lange Zeit
die Zeichnungen ganz
beeinflußt, fie wurden
aber fpäter ganz und
gar von dem Verfailler
Stil der aufeinander»
folgenden drei Louis
verdrängt, der von nun
an, befonders in allen
größeren Volants, zum
Rusdrucke kommt. □
Man verftebt unter
Spitjen eine Rrbeit, die
entweder durd) Hilfe von Nadel oder Klöppel auf einem
regelmäßigen Grunde, - réseau und treille genannt - gemacht
ift, oder eine Arbeit ähnlicher Rrt, deren Zeichnung fich von
einem unregelmäßigen Grunde abbebt. Letztere erfcheint da»
durch, daß fie unabhängig von einem Grunde gemacht ift, freier,
doch legt ihr eben diefe Freiheit mannigfad^en Zwang auf.
Die Cbarakteriftik der Spieen müffen zum genauen Verftänd»
nis in dem genannten Werke bei Caffirer, aus dem unfere Bei»
fpiele ftammen, nacbgelefen werden; es ift in der Kürze diefer
Ausführungen nicht möglich, auf Unterfcbiede einzugeben. Das
Werk betont die große Bedeutung des tecbnifchen Verfahrens:
die innige Verwandtfchaft der genuefifchen Klöppelfpitjen mit
den flämifchen einerfeits und anderfeits der Mailänder zu den
Brüffelern (Brabanter und point d’Rngleterre ufw.) in ihrer
geteilten Rusfübrungsart ift ebenfo bemerkenswert, wie die
Wechfelwirkung der Klöppel» und Nadelfpi^en der einzelnen
Nationen untereinander im Stil und in der Zeichnung. Das Buch
wird viele Freunde erwerben und durch das Buch die Spitje.
ES GIBT ZWEIER
LEI, WORAUF WIR
MODERNEN MEN
SCHEN BESONDERS
UNSER AUGE RICH
TEN MÜSSEN, UM
ANGENEHME EIN
DRÜCKE ZU EMP
FANGEN; AUF DIE
SCHÖNHEIT DER
NATUR UND DIE
SCHÖNHEITEN DER
KUNST. □
WILLIAM MORRIS
Italienifcbe Bauernfpitjen in der Rrt der Mailänder