Zu diefer äußeren Erfcbeinung des Bauernbaufes treten dann noch
als für den wirtfcbaftlicben Betrieb unerläßlich hinzu: Brunnen, Milcb=
bauschen und Dungftätte, fowie Holzvorräte, und des öfteren Bienen=
bäuseben oder wenigftens Bienenftöcke auf Schäften am Haufe. Ferner
erblicken wir in näcbfter Nähe der Häufer noch häufig, abgefehen von
den febon erwähnten »Speicberbauten«, kleine Müblenbauten; auch be=
finden fleh bei vielen Bauernhäufern kleine Betkapellcben und auf
manchem Bauernhaus thront ein kleiner Dachreiter mit Glocke. Alle
diefe Zutaten beleben das landfcbaftlicbe Bild, welches uns die Bauern-
häufer bieten, ungemein. □
Dem Zuge der Zeit folgend und im Hnfcbluß an verfchiedene feuer
polizeiliche und fonftige Beftimmungen, treten am alten Wälderbaus Ver
änderungen auf, wie: Hnlage eines Kamins, Aufführung eines gemauer
ten und verpusten Sockels und Ausbau der Küche in Fachwerk. □
Da bei Hausbränden das Stroh des Daches brennend niederfällt, fo
daß das Vieh alsdann febwer zu retten ift, wird vielfach das Dach in
dem Streifen direkt über der oder den Stalltüren mit Ziegeln gedeckt;
altmäblig verfebwindet das Strohdach überhaupt. □
Wie ficb auch fonft noch verfchiedene Einflüffe geltend machen, zeigt
ficb da und dort. Wir feben oft oberhalb der Stubenfenfter, fowie
vor und über der Dachlaube Scbut)bretter; im übrigen haben die
Wände einen Scbindelmantel erhalten; auch das Dach ift mit Schindeln
gedeckt. Schließlich bemerken wir, abgefehen von modernifierten Fen-
ftern, ein kleines Schutzdach über der einftigen Dacblaube. □
Kleines Haus im Ernsbacbtal bei Nordracb (Baden)
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