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Alter Schloßgarten mit Blumenparterre (Krumau).
DIE KUNST DES GARTENBAUES.
(Fortsetzung aus Heft 12, Seite 219). Was ein solches Blumen^
fenster für das Heimatgefühl bedeutet? Fragen wir den
Dichter. HUGO SALUS weiß eine schöne poetische Antwort
darauf:
„Die Bauernhäuser meiner Heimat, die lieb’ ich sehr;
Da gibt’s kein Haus, das ohne Blumen war:
Die Reichen, die haben einen richtigen Garten.
Was blüht darin? Fast immer die gleichen Arten:
Vom roten Geranium, der gelben Sonnenblume, dem blauen
Aronstab
Zur rose Hortensie und den bunten Nelken herab,
Lauter Bauernblumen! Und drin steht das saubere Haus
Und schaut behäbig und schmuck und deutsch heraus.
Mir lacht das Herz noch hier in der großen Stadt,
Daß es eine so schöne blumige Heimat hat!
Und die Häuser der Armen? Sind sie nicht doppelt dunkel
Bei ihrer blühenden Nachbarn Geleucht und Gefunkel?
Gott, Armut gibt’s auch bei uns! Und doch,
Für ein Blumenfenster reicht’s immer noch,
Drin blau, rot, lila, gelb und grün
Die gleichen schlichten, lieben Blumen blühn
Wie bei den Reichen.
Seht ihr, von dort bin ich her;
Drum lieb’ ich wohl auch meine Heimat so sehr,
Und wenn auch das Haus, das ich mir gebaut,
Nicht wie ein Bauernhaus auf die Gasse schaut,
Wer zu sehen versteht und wer mich liebt,
Weiß gut, daß es dran ein Bauernfenster gibt
Mit richtigen roten, gelben und blauen Bauernblumen darauf.
So möcht’ es gern in die Zukunft schauen!“
Heute ist der Gartenkünstler vom „Kunstgärtner“ verdrängt
Ein bestimmter Gegensatz liegt in diesen Worten. Der
Kunstgärtner kopiert nur, er schafft nicht. Er kennt zwei
Schablonen, das französische Teppichbeet und den „englischen“
Garten. Beide wendet er zugleich an. Man kann seine zwei
Schablonen in jedem Stadtpark, in jedem Hausgarten, in
jeder winzigen öffentlichen Gartenanlage antreffen. Er weiß
nicht, daß das Teppichbeet einzig und allein in jenen barocken
Gartenschöpfungen Sinn hatte, wo man vom Balkon des
Schlosses auf den die Hausarchitektur fortsetzenden Gartem
grund niederschauen konnte, also die „Daraufsicht“ hatte.
Er kümmert sich nicht um die Forderungen des Terrains,
des Raumausmaßes und der Pflanzennatur. Er bedenkt nicht,
daß jeder kleine Garten ebensogut wie jene klassischen
Gartenschöpfungen einen Teil des Hauses bilden solle, und
daß sich darum eines nicht für alle schickt. Ihm ist eigent>
lieh nur darum zu tun, was man im Tapezierer Deutsch
„Dekoration“ nennt. Außer jener dummen Verirrung, für
die der technische Ausdruck „Teppichbeet“ lautet, ist eine
andere näher zu betrachten, die „naturalistische“ oder „eng^
lische Landschaftsgärtnerei“ heißt. So nennt man jene KarL
katur des englischen Parks, die man in allen Größen überall
finden kann, nur nicht in England. Der Garten in England
wurde geschildert. Es erübrigt noch, um den Unverstand
solcher Nachahmungen ins rechte Licht zu setzen, einen
Blick auf die Entstehung der großen englischen Naturparks
zu werfen, die sich in weiterem losem Zusammenhang mit
den Landsitzen befinden. Diese Parks waren ursprünglich
große Territorien, die bedeutende landschaftliche Schönheiten
aufwiesen, Terrainwellungen, Waldpartien, Baumgruppen,
Seen, Teiche, Flüsse, Bäche, Felsengruppen und Aussichts
punkte, die nicht künstlich, sondern von der Natur geschaffen
waren. Diese Ländereien wurden von den Besitzern ein
gefriedet, mit Fahr- und Gehwegen versehen, um die ein-
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