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Full text: Hohe Warte - Illustrierte Halbmonatsschrift zur Pflege der künstlerischen Bildung und der städtischen Kultur, 1. Jahrgang 1904/05

Eigenschaften der verwendeten Materialien vorzuführen, die Erkennung 
der Verfälschungen, die jetzt so schwunghaft betrieben werden, zu 
ermöglichen und die Prüfung als eine unbedingte Notwendigkeit hin- 
zustellen. 
Wie in vielen Gewerben, so ist auch in der Anstreicherei und Lackiererei 
ein steter Fortschritt zu verzeichnen; neue Verfahren werden in die 
Betriebe eingeführt, bestehende verbessert, die nimmer rastende Chemie 
bietet neue Farben, verbesserte Lacke, sie alle müssen berücksichtigt 
und in der Praxis auf ihren Wert geprüft werden. 
In der vorliegenden dritten Auflage von L. E. ANDÉS „PRAKTISCHES 
HANDBUCH FÜR ANSTREICHER UND LACKIERER“ ist den 
Neuerungen und Verbesserungen, die auf diese Handwerke fallen, 
volle Berücksichtigung zuteil geworden, so daß es ganz bestimmt auch 
in der DRITTEN AUFLAGE erneuert den Beifall der Leser erringen 
wird. 
DIE LEICHENVERBRENNUNGSANSTALTEN (DIE KREMATORIEN). 
Von Ingenieur W. HEEPKE, Mittweida, Sachsen, Preis M.z^o. Verlag 
von KARL MARHOLD, Halle a. d. S. 
W ohl kaum hat eine Frage ein so hohes und lebhaftes persönliches 
Interesse von alters her hervorgerufen als die der Feuerbestattung. 
Das Für und Wider, wie es von so vielen Seiten mannigfaltig angebracht 
ist, hat bis jetzt immer noch nicht eine endgültige und befriedigende 
Lösung ergeben können. Nur das eine ist eigentlich erreicht worden, 
und zwar zum Vorteil der Kremation: eine erhebliche Zunahme der 
Anhänger der Feuerbestattung und von dieser Seite ein energisches 
Eintreten zur Lösung der Frage. Das größte Hindernis stellt die Geist' 
lichkeit in ihrer Gesamtheit der freien Ausbildung und Durchführung 
der Feuerbestattung entgegen. Trotzdem hat es nicht verhindert werden 
können, daß in einer ganzen Reihe von Ländern die Feuerbestattung 
jetzt behördlich zugelassen ist. Und diese Behörden haben solche Er 
laubnis auch ohneweiters jetzt geben können, jetzt, nachdem die Technik 
der Welt Feuerbestattungsanstalten darbietet, welche den technischen, 
hygienischen und ästhetischen Ansprüchen in höchstem Maße gerecht 
werden. 
Über das Für und Wider der Feuerbestattung ist in den letzten Jahren 
unendlich viel gesprochen und geschrieben worden; es mag daher auch 
jetzt einmal an der Zeit sein, etwas streng Technisches über das Kapitel 
zu hören. Ist doch die Technik die Begründerin der modernen Kre 
mation. Im vorliegenden Buch sind nun zum ersten Male die Krema 
torien technisch und kritisch behandelt, und zwar zur Hauptsache die 
feuerungs- und maschinentechnischen Seiten beleuchtet worden. 
Der ganze Stoff, wie er zu einer Besprechung der Leichenverbrennungs 
anstalten vorliegt, ist scharf zergliedert und in seinen einzelnen Teilen 
in Wort, Berechnung und Abbildung eingehend und klar besprochen 
worden. Hiedurch unterscheidet sich diese ganz allgemeine Abhandlung 
vorteilhaft von anderen, dasselbe Thema behandelnden Schriften und 
Broschüren, welche einerseits nur für eine bestimmte Anlage eintfeten 
und anderseits äußerliche und oberflächliche technische Darbietung 
geben. Das Für und Wider der Kremation ganz zu übergehen, hat der 
Verfasser nicht vermocht; sind diese Punkte für vorliegendes Thema 
doch zu einschneidend. So hat hiemit der Verfasser in einfacher und 
objektiver Weise für einen vorurteilslosen Lesenden eine angenehm 
berührende und passende Einleitung gefunden, so daß auch dem Nicht 
techniker viel Interessantes in dem Buch dargebracht wird. In der 
Literatur der Gesundheitstechnik und Feuerungstechnik wird es eine 
fühlbare Lücke ausfüllen. 
Das Buch, welches der erste Teil eines Werkes über „moderne Ver 
brennungsanlagen organischer Abfallstoffe“ darstellt, ist von der Ver 
lagsbuchhandlung sauber und würdig ausgestattet. 
R. H. FRANGÉ, DAS SINNESLEBEN DER PFLANZEN, M. r— = K rzo. 
KOSMOS, Gesellschaft der Naturfreunde, Stuttgart. 
I n den letzten Jahren ist in aller Stille eine Wissenschaft mächtig 
emporgewachsen, die sich zwar als Zweig der Botanik bezeichnet — 
jedoch mit all dem, was überkommenerweise unter Botanik verstanden 
wird, nichts zu tun hat. Sie weiß nichts von trockenem Schematisieren 
und den langweilig nüchternen Beschreibungen von Arten und Varietäten 
und Pflanzenteilen; sie hat nur auf eines acht, auf das rätselvolle, ge 
waltige, schöpferische, sich in tausend Anpassungen stets von neuen 
Seiten zeigende, wechselvolle Leben, das auch aus der Pflanze so vor 
nehmlich zu dem Kundigen spricht. Diese neue Wissenschaft, die physio 
logische Botanik, macht uns das stumme Gewächs nicht minder 
fesselnd, wie den meisten Menschen das Tier erscheint. Sie zeigt uns 
eben die Pflanze auch als lebendes Geschöpf, ausgerüstet mit feinen 
und rätselhaften Sinnesorganen, voll Empfindung und Anteilnahme 
an ihrer Umgebung, befähigt zu hundertfacher Bewegung und Selbst 
hilfe — und sie entdeckt uns so das große Gesetz von der Identität 
alles Lebens. 
In diese Wunderwelt sucht das Werk den Leser einzuführen, indem 
es ihn hinaus in den Garten geleitet, ihn mitnimmt zu anziehenden 
Wanderungen in Wald und Feld, in Moor und Gebirge, und ihm dort 
an den alltäglichen Pflanzen unserer Heimat, in dem Allbekannten das 
ungeahnte, neue Leben aufschließt. Es sucht dadurch der „liebens 
würdigsten aller Wissenschaften“ neue Freunde zu werben, aber es 
bietet auch dem kundigen Pflanzenfreunde eine Fülle unterhaltender 
Belehrung, indem es die Ergebnisse der neuesten Forschungen in 
einem fesselnden Bilde des pflanzlichen Sinneslebens vorführt. 
Im Unterzeichneten Verlag erscheint in einer nur EINMAL 
aufgelegten Anzahl von 300 eigenhändig NUMERIERTEN 
Exemplaren ein sorgfältig ausgestattetes Buch von 
JOSEPH AUG. LUX 
DREI PUPPENSPIELE 
und zwar: 
ES WAR EINMAL EINE PRINZESSIN.. 
JEAN BRIOCHÉ, DER PUPPENSPIELER 
□ TOD DES PIERROT □ 
Der Preis des mit Zeichnungen versehenen Buches ist 
□ 6 KRONEN □ 
Mit Rücksicht auf die sehr beschränkte 
und nicht wiederholte Auflage empfiehlt 
es sich, die Bestellungen, die nach der 
Nummer ihres Einlaufes bis zur Neige 
des kleinen Vorrates erledigt werden, un 
gesäumt an den Verlag gelangen zu lassen 
VERLAG „HOHE WARTE“ 
WIEN, I. WALLFISCHGASSE 4 
BUCHEREINLAUF. 
DIE GRIECHISCHE TRAGÖDIE von HERMANN UBELL. Band XVII. 
Sammlung „Die Literatur“, herausgegeben von Georg Brandes; 
Preis M. 1*25. VERLAG BARD, MARQUART & CO., Berlin- 
DIE RUSSISCHE MUSIK von ALFRED BRUNEAU. Übertragen von 
Max Graf. Band IX. Sammlung „Die Musik“, herausgegeben von 
Richard Strauß; Preis M. i'25. VERLAG BARD, MARQUART & CO.„ 
Berlin. 
ALBRECHT DÜRER von FRANZ SERVAES. Sammlung „Die Kunst“ 
herausgegeben von Richard Muther; Preis M. r25. VERLAG BARD, 
MARQUART & CO„ Berlin. 
KUNST AUF DEM LANDE von HEINRICH SOHNREY.Groß-Oktav mit 
174 Abbildungen und 10 färb. Beilagen. Preis kart. M. 7.—. Halbfrzb. 
M. 8-50. VERLAG VELHAGEN & KLASING, Bielefeld und Leipzig. 
NACHDRUCKVERBOT für sämtliche in den Heften der „Hohen Warte“ 
erscheinenden Artikel und Illustrationen. 
Alle Zuschriften und Sendungen Wien I. Wallfischgasse No. 4. Telephon 5461, 
Verlag „Hohe Warte“ (Lux & Lässig). Für die Redaktion Joseph Aug. Lux. 
Druck von Christoph Reisser’s Söhne, Wien V. 
Papier von der Neusiedler Aktiengesellschaft für Papierfabrikation, Wien. 
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