K. k. Postgebäude im Hintergrund und Badehaus rechts vorne.
Kurort Ischl.
BEISPIEL UND GEGENBEISPIEL VEREINT.
Tn Ischl werden Postkarten mit obiger Ansicht verkauft, die in der
A Absicht ihrer Urheber wohl zeigen sollen, wie herrlich das neue Postgebäude
gegen die alte Badeanstalt aussieht. Vielleicht geht den Leuten
doch einmal ein Licht auf, daß sie dem architektonischen Gesamtbild
dieses bekannten Kurortes keine größere Schmach antun konnten,
als dieses aufreizend schlechte und häßliche Postgebäude in die Nachbarschaft
des vornehmen Baugebildes der alten Badeanstalt zu setzen.
Man vergleiche doch: diese wenn auch klassizistischen Formensprache
entlehnten Bauteile des Badehauses, das aber nicht so sehr wegen des
Klassizismus, sondern wegen der unvergleichlichen Schlichtheit und
der überaus wohltuenden glücklichen Maßverhältnisse als Ausdruck
einer sehr gebildeten formalen Kultur, die nicht mehr die heutige ist,
vorbildlich wirkt — und dahinter das mit unglaublicher Roheit aus
allerlei Stilbrocken zusammengestoppelte, in dieser vornehmen Nachbarschaft
doppelt gemein aussehende Postgebäude, ein geradezu beleidigender
Anblick. Und nun denken Sie: Die Leute haben dieses
Postgebäude nicht wieder abtragen lassen, sie haben es auch nicht in
die Luft gesprengt und sie sind dieses Schandmales wegen auch nicht
fortgezogen, sie sind dem Orte deswegen nicht untreu geworden,
denn es sind sehr feine und gebildete Leute, die sich Sommers hier
zusammenfinden. Und denken Sie ferner: Der Kurort ist sehr reich
an solchen schönen und vornehmen alten Bauwerken, wie das schöne
vornehme, alte Badehaus, aber der Kurort ist noch viel reicher an
modernen Villen im Stile dieses Postgebäudes, denn es sind feine und
gebildete Leute, die sich hier ihre Sommervillen bauen.
Und überhaupt, müssen Sie wissen, den Leuten gefällt dieses Postgebäude
sehr gut, es entspricht ihrem Geschmack; ihre Wohnungsausstattung,
ihre geistigen und künstlerischen Neigungen und Bedürfnisse
richten sich ganz nach diesem Geschmack und sie sind im Begriffe, die
ganze Welt im Stile dieses Postgebäudes umzumodeln. Lieber Freund aus
dem Lappland, Sie glauben gar nicht, wie weit wir es hier im Süden
schon gebracht haben; Sie würden ihren Augen nicht trauen, wenn
Sie das mitansehen könnten, aber ich fürchte, Sie würden allzuschnell
Reißaus nehmen und lieber zu Ihren Renntieren zurückkehren.
V erputzmaterialien gänzlich außer acht läßt, so daß infolgedessen unsere
heutigen Verputze den Einwirkungen der atmosphärischen Luft und
der darin enthaltenen Säuren nicht mehr widerstehen können.
Die Firma Maltalit und Kalkwerke Harburg stellten auf Grund oben
erwähnter Tatsachen ein Material her, welches allen Anforderungen
an einen guten, dauerhaften und wetterbeständigen Verputz vollkommen
entspricht. Dieser Verputz, welcher auf Grund antiker Mörtel hergestellt
wird, kann, wenn solcher schmutzig geworden ist, mittels Hydranten
und Salzsäurelösung tadellos abgewaschen werden, ohne daß solche
weder in bezug auf Farbe noch auf Haltbarkeit angegriffen werden.“
„HOHE WARTE“-ORTSVERBAND EGGENBURG.
E in „Hohe Warte“-Verband zur Förderung heimatlicher Kulturinteressen
hat sich nun auch in Eggenburg laut Mitteilung vom
9. August 1. J. gebildet. „Die Vertretung des Vereines .Krahuletz-Gesellschaft'
beehrt sich mitzuteilen, daß der Ausschuß in seiner Sitzung
am 19. Juli 1905 sich zur Bildung eines Ortsverbandes der .Hohen Warte'
in Eggenburg prinzipiell bereit erklärt hat.
Wie aus den Satzungen hervorgeht (§ 2, 4. Absatz), fallen die von der
,Hohen Warte' aufgestellten Ziele zur Gänze in die Vereinszwecke,
nachdem der Verein .Krahuletz-Gesellschaft' nicht nur für die Anhäufung
von Gegenständen im Museum, sondern ebensosehr für die
Erhaltung der Gegenstände an Ort und Stelle bemüht ist und die
Förderung der Heimatkunst gleichwie den Heimatschutz in sein Programm
aufgenommen hat.
Da alles, was in Eggenburg sich für derartige Bestrebungen interessiert,
im Verein .Krahuletz-Gesellschaft' vertreten ist, erscheint dieser geeignet,
den Ortsverband der ,Hohen Warte' ins Leben zu rufen.
Für den Verein .Krahuletz-Gesellschaft':
HANS VOLLHOFER, Obmann. Dr. E. FRISCHAUF, Schriftführer.“
Im Unterzeichneten Verlag erscheint in einer nur EINMAL
aufgelegten Anzahl von 300 eigenhändig NUMERIERTEN
Exemplaren ein sorgfältig ausgestattetes Buch von
JOSEPH AUG. LUX
DREI PUPPENSPIELE
und zwar:
ES WAR EINMAL EINE PRINZESSIN..
JEAN BRIOCHÉ, DER PUPPENSPIELER
□ TOD DES PIERROT □
Der Preis des mit Zeichnungen versehenen Buches ist
□ 6 KRONEN □
Mit Rücksicht auf die sehr beschränkte
und nicht wiederholte Auflage empfiehlt
es sich, die Bestellungen, die nach der
Nummer ihres Einlaufes bis zur Neige
des kleinen Vorrates erledigt werden, ungesäumt
an den Verlag gelangen zu lassen
VERLAG „HOHE WARTE“
WIEN, I. WALLFISCHGASSE 4
DER MÖRTELVERPUTZ AN UNSEREN HÄUSERN.
yyyir erhalten zur Sache folgende Zuschrift: „Auf Ihre Anfrage an
VV die Chemiker bezüglich des Mörtelverputzes an unseren Häusern
in Nr. 19 Ihrer werten Zeitschrift antworten wir ergebenst, daß der
Mörtelverputz, wie solcher in früheren Zeiten verwendet wurde, seine
Dauerhaftigkeit und Haltbarkeit, beziehungsweise Unveränderlichkeit
des guten Aussehens dem Umstande verdankte, daß man den mit Holz
gebrannten Kalk, den man dazu verarbeitete, sorgfältig ablöschte und
dann mindestens 7 JAHRE lagern ließ, bevor man solchen zur Verarbeitung
brachte, ein Umstand, den man heute bei Herstellung von
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In Anbetracht dieser Doppelnummer erscheint das nächste
Heft statt in 14 Tagen erst binnen 3 Wochen.
NACHDRUCKVERBOT für sämtliche in den Heften der „Hohen Warte“
erscheinenden Artikel und Illustrationen.
Alle Zuschriften und Sendungen Wien I. Wallfischgasse No. 4. Telephon 5461.
VödâK „Hohe Warte“ (Lux & Lässig). Für die Redaktion Joseph Aug. Lux.
' ’-ÄV\ Druck von Christoph Reisser's Söhne, Wien V.
Pig)ief Won der Neusiedler Aktiengesellschaft für Papierfabrikation, Wien.