Wohnhaus, Hohe Warte, Entwurf Prof. Joseph Hoffmann.
Wohnzimmer, Kaminecke.
Raum intim erscheinen lassen. Verschiedene Sitzgelegenheit
in den Korners, am Kamin, in der Bücherecke geben alle
Bequemlichkeit. Eine offene Stiege steigt in der Halle empor
und führt zu den oberen Räumen, die den persönlichen
Bedürfnissen der Familie dienen. Diese anderen Räume
gruppieren sich in zweckvoller Anordnung um den Zentrale
raum und bestimmen durch die Lage ihrer Fenster, die,
unbekümmert um die Reißbrettsymmetrie, dort angebracht
werden, wo man sie just braucht, das Gesicht des Hauses,
die Fassade. Nun hat sie schon wieder einen vermensch^
lichten Ausdruck bekommen. Das Haus trägt nicht mehr
die seelenlose Maske der herkömmlichen Fassadenarchitektur,
es drückt vielmehr wieder eine organische Idee aus.
Von der Halle, die als Gesellschaftsraum nicht weiter
bewohnt wird, gelangt man in das Speisezimmer. Das
Zimmer der Hausfrau kann auch neben der Halle liegen,
denn die Hausfrau will den Wirtschaftsräumen nahe sein,
die sich im Untergeschoß des Hauses befinden. Küche, Keller,
Speisekammer und andere Vorratsräume, Heizraum, Wasche
küche, die Zimmer für das Dienstpersonal befinden sich im
Untergeschoß, ein eigener Eingang, die Haustreppe, ver^
mittelt den dienstlichen Verkehr abseits von dem reservierten
Haupteingang, der durch ein kleines Entree in die Halle führt.
Im Obergeschoß, einerseits durch die Hallentreppe, andere
seits durch die Diensttreppe erreichbar, befinden sich die
Schlafräume der Herrenleute, mit Baderäumen, ein Arbeits^
zimmer, ein oder mehrere Gastzimmer und gegebenenfalls
die Kinderräume, als Schlaf*, Wohn* und Spielzimmer. Die
übliche Enfilade von Zimmern einer Großstadtwohnung,
die für die Mehrzahl der schlechten Villenbauten maßgebend
wurde, fehlt hier; kein einziger Raum ist der bloßen Re*
Präsentation wegen da, den Pulsschlag des Lebens fühlt
man in allen Teilen des Hauses. Alle modernen technischen
Einrichtungen, für den heutigen Komfort unerläßlich, sind
dem Organismus eingegliedert. Die Heizungsanlagen, die
Wasserleitungen, das Beleuchtungswesen, die gewöhnlich als
feindselige Elemente für die architektonische Harmonie
empfunden werden, weiß der moderne Architekt zu gefälligen
Helfern seiner künstlerischen Absichten zu machen. Hygiene,
Komfort und Schönheit sind gemeinsame Begriffe. Mit Luft,
Licht und hellen kräftigen Farben werden die schönsten
Interieurbestimmungen bestritten.
Die örtlichen klimatischen Verhältnisse sprechen ein Wort
mit bei der Anlage der Laube am Haus, der Veranden und
Terrassen. Hier muß nicht allein nach den Bedürfnissen der
Menschen, sondern auch nach den Bilden des Wetters
gefragt werden. Sie sollen der Familie und der Gesellschaft
einen behaglichen Aufenthalt geben, offen oder geschlossen
und vom Zimmer aus alle Annehmlichkeiten des Freien
und des Gartens genießen lassen. Sie werden daher nach
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