GESCHICHTE. Nordische Märchen wurden gelesen oder
mündlich mitgeteilt. Schilderungen aus der Kultur des Steinund
Bronzealters. Museenbesuche und anknüpfend daran
Zeichnen verschiedener historischer Gegenstände nach dem
Gedächtnis. Die Wikingerzeit und der Beginn der Geschichte
des Mittelalters in Schweden ohne Zwang, sich an den ge^
schichtlichen Zusammenhang zu halten, es wurden Schilde^
rungen aus späterer Zeit eingefügt, bei der Geschichte des
„Svealandes" wurden verschiedene Landschaften gezeigt.
GEOGRAPHIE. Die grundlegenden geographischen Begriffe.
Die Karte Gotenburgs. Zusammenhängende Darstellungen
aus der Geographie Schwedens.
Bei der Besprechung der verschiedenen Ortschaften wurde
nicht nur auf die Industrie, die Ereignisse und Personen,
welchen dieselben ihre jetzige Bedeutung verdanken, sondern
auch auf die damit verknüpften geschichtlichen Reminis^
zenzen hingewiesen. Dadurch erhalten die Kinder zugleich auch
einen geschichtlichen Überblick über die Länder. Ein Lehrbuch
wurde nicht verwendet. Während des Frühlingstermines
wurden aber (nach dem Vorbilde der dänischen Gesellschaftsschule
in Kopenhagen) die von den Lehrern und Kindern
gemeinsam verfaßten Darstellungen niedergeschrieben und
in der Schule in vielen Exemplaren reproduziert. Jedes Kind
konnte nun in einem für diesen Zweck eingerichteten Buch
nach Belieben alles, was durchgenommen wurde, illustrieren.
RECHNEN. Anschauliches Rechnen nach der Methode Nordlunds.
Addition, Subtraktion und Multiplikation nach dem
Lehrbuch von Cederblom. Auffassung einer Fläche, das
Messen und Wiegen.
DIE I. KLASSE.
RELIGION. Eine Serie Erzählungen aus dem Leben Jesu
nach verschiedenen Evangelisten sind gelesen und erklärt
worden. Als freiwillige Aufgaben sind Berichte über irgend
ein Kapitel aus der Bibel vorbereitet worden, so aus dem
Buche Ruth, den Psalmen und Jesaias.
DIE MUTTERSPRACHE. LESEN. Als Lesebücher sind
hauptsächlich das „Lesebuch der Volksschule“ und „Frau
Bokhyllan“ von Hedda Andersson verwendet worden. Während
des Frühlingstermines bestanden die Aufgaben für zu Hause
im Auswendiglernen von Gedichten, die gewöhnlich von den
Schülern selbst ausgewählt wurden, oder im Wiedergeben
einer Erzählung (meistens historischen Inhaltes). Die Leseübungen
wurden hauptsächlich in der Weise abgehalten, daß
die Schüler sich gegenseitig kleinere Erzählungen verschiedenartigen
Inhaltes vorlasen.
ORTHOGRAPHIE ist während des Herbsttermines teils in
Form von Diktaten nach ausgewählten Stücken aus Richters
Rechtschreibungslehre oder durch Niederschreiben auswendig
gelernter, in bezug auf die Rechtschreibung und den Inhalt
genau durchgenommener Gedichte geübt. Während des
Frühlingstermines hauptsächlich durch schriftliches Wiederholen
in der Schule einer kürzeren Erzählung oder Fabel,
welche die Kinder als Aufgabe zu Hause buchstabiert hatten.
Es sind auch vorbereitende Aufsatzübungen mit Rücksicht
auf die Grammatik geschrieben worden. Es wurden manchmal
auch freiere Aufsätze gepflegt.
GESCHICHTE. Die schwedische Geschichte bis 1512.
GEOGRAPHIE. Ausführliche Wiederholung von Schweden,
Norwegen und Dänemark. — Als Einleitung wurden im
Zusammenhang mit dem naturgeschichtlichen Unterricht im
Herbst typische Pflanzengegenden unseres Landes durchgenommen
(Wald, Sumpf, Acker, Wiese, Fjöll). — Bei der
Geographie des nördlichen Norwegens wurde die ausführlichere
Beschreibung der Natur und Tierwelt Islands und
Grönlands (bei einem Museenbesuch erläutert) zu einer
typischen Eismeerstudie zusammengefaßt. — Es ist kein
Lehrbuch verwendet worden, man ersetzte dieses durch
Karten, Namenregister, Kartenzeichnen und Skioptikonbilder.
NATURGESCHICHTE. Der Bau und die Funktionen des
menschlichen Körpers. Als Behelfe für den Unterricht haben
Skelette, Tierpräparate (Knochen, Lunge, Herz und Gehirn),
Bilder und Abbildungen in Papiermache gedient, auch wurden
zu Hause schriftliche Aufgaben gemacht. Kein Lehrbuch.
Herbst und Frühjahr: Naturstudien bei Exkursionen. — Im
Frühjahr beschäftigte man sich hauptsächlich mit vorbereitenden
botanischen Studien.
RECHNEN. Die vier Spezies mit ganzen Zahlen.
DIE II. KLASSE.
Die Grundlage für die Einteilung der Mittelschule in Klassen
bildet die allgemeine Verstandesreife. Die Prüfung, der die
Kinder beim Eintritt in diese Klassen unterworfen werden
(in Lesen, Schreiben und Rechnen u. s. w.), kann nicht als
genügender Maßstab betrachtet werden. Manche in diesen
Fächern minder fortgeschrittene Kinder werden sich bei
näherer Prüfung tatsächlich reifer zeigen, oder aber es kommt
auch das Gegenteil vor. Hier handelt es sich außer dem
Alter, was die Hauptsache ist, vor allem um die moralische
Kraft des Kindes. Das dient als ein sicherer Beweis für
die Reife des Verstandes. Wahrheitsliebe, Gehorsam und die
Kraft, einen Beschluß zu fassen und denselben zur Ausführung
zu bringen, lassen mit Sicherheit ein gutes Arbeitsresultat
erwarten, bringen das Kind auf die Höhe des die
Schule durchdringenden Geistes und erleichtern das Zusammenarbeiten
der Schüler mit den Lehrern.
Wo diese Eigenschaften vorhanden sind, zeigt es sich in den
meisten Fällen, daß auch die weniger begabten und fortgeschrittenen
Schüler mit den andern gleichen Schritt halten
können. Dieser Standpunkt brachte es mit sich, daß die
Schule sich nicht in dem gewöhnlichen Grade vor der Ungleichheit
der Kenntnisse der Kinder im Anfang des Unterrichtsjahres
fürchtete; es galt, ein eigenes Maß für das
Gruppieren der Klassen zu finden. Man hielt sich sowohl
bei der Aufnahme in die I. wie auch in die II. Klasse an
dieses Prinzip. Die Erfahrungen haben gezeigt, daß die
Hoffnungen nicht unbegründet waren, wenn auch infolge
der Ungleichheit viele Schwierigkeiten zu überwinden waren.
Mit Rücksichtnahme darauf, daß die Schüler vor Erlernung
der fremden Sprachen sich eine gewisse Sicherheit in der
eigenen Muttersprache aneignen sollten, mußte der Beginn
des Unterrichtes der fremden Sprachen auf einen späteren
Zeitpunkt verschoben werden. Dieses Prinzip wurde schon
bei der Gründung der Schule aufgestellt. In diesem Sinne
wurde auch der Unterrichtsplan eingeteilt und der Unterricht
in der deutschen Sprache wurde in der II. Klasse begonnen.
Und selbst in dieser Klasse wurde dieses Fach bis zum
Frühlingstermin verschoben. Die Ungleichheit zwischen den
Schülern in der Klasse und das Bedürfnis, die Sinne für die
vielen andern neuen Aufgaben, wie z. B. die Holzarbeiten
und das Zeichnen, zu sammeln, machten diesen Aufschub notwendig.
Mit Rücksicht auf die Schüler, welche mit der Erlernung
der deutschen' Sprache bereits anderswo begonnen hatten,
wurde dieselbe als erste in den Sprachunterricht aufgenommen.
Der Lehrplan in den verschiedenen Fächern ist aus folgenden
Berichten zu ersehen:
RELIGION. Kurze Übersicht über die Zeit des Alten Testamentes.
Markus’ Evangelium (Fehrs Bibel). Im Zusammen-165