Links: Hausgarten, vom
Architekten Robert Örley.
Rechts: GEGENBEISPIEL.
Derselbe Garten von einem
„Kunstgärtner" entworfen.
l'
C<
HAUSGARTEN
angelegt vom ARCHITEKTEN ROBERT ÖRLEY, nach den in unserer Zeitschrift mitgeteilten Grund/
sätzen einer KUNST DES GARTENBAUES (Siehe „Hohe Warte“, I. Jahrgang, Heft 5, 7, 12, 14, 15,
beziehungweise Seite 96, 132, 219, 251, 267.)
(
D er Fall ist lehrreich. Ein schöner Hausgarten für ein
neues, vom Architekten Robert örley im Währinger
Cottage (Wien) erbautes Wohnhaus sollte angelegt
werden, ein Garten von mäßigem Umfang, in dem
mehrere Familien, die das Haus bewohnen, Abgeschlossenheit
und alle Annehmlichkeit finden können, die man an einen
guten Hausgarten stellt.
Hausgarten vom Architekten Robert Örley.
Ein Kunstgärtner, der sich auch Gartenarchitekt nennt, wurde
berufen. Er lieferte einen Plan üblicher Faktur, den wir hier
als GEGENBEISPIEL bringen.
Die winzige Verkleinerung einer sogenannten freien Land
schaft, daher die Bezeichnung „Landschaftsgarten“, Irrwege
in der Breite eines halben Meters, Rasenplätze in Brezelform,
eine papierene Anlage ohne den irgendwie erkenntlichen
Versuch, einen organischen Gedanken auszudrücken. Der
Architekt erklärte sofort, daß es mit dieser schlechten, unzweck
mäßigen Schablone nicht gehe. Der „Kunstgärtner“ schüttelte
den Kopf, der Bauherr wohl auch; sie begriffen nicht, was
der Architekt wollte. Haben doch alle Nachbarn im „Cottage“
einen solchen Garten, warum sollten wir nicht auch?
Damals sprach ich mit örley über „Hausgärten“, kurz vor
der Veröffentlichung der „Kunst des Gartenbaues“, und stellte
ihm auf Wunsch das Manuskript zur Verfügung. Von den darin
ausgesprochenen Grundsätzen ausgehend, hat der Künstler
seinen Hausgarten selbst entworfen: eine streng architek
tonische Anlage, die den kleinen Raum groß erscheinen läßt,
im richtigen Verhältnis zur Hausarchitektur steht, wie einer/
seits der als gutes Beispiel hingestellte Grundriß und die
perspektivische Ansicht zeigt, die im ersten Frühjahr des
Gartenbestandes aufgenommen wurde. Der Garten, mit dem
roten Ziegelboden, den geraden, von Wein überwachsenen Laub
gangen, den abgeschlossenen Gartensitzen, ist recht gemüt/
lieh und bei aller radikalen Neuheit eine durchaus heimatliche
Schöpfung, denn dieselben Gartenbaugrundsätze leben in den
alten Hausgärten, soweit sie in ursprünglicher Reinheit erhalten
blieben. „Das ist freilich was anderes als der Brezelgarten",
meinte der beglückte Bauherr, und wir meinen es auch.
fai
be
au
Cc
riß
we
all
be:
bei
mt
Ich
Ne
Ne
Sei
Al:
rin
am
sär
da\
mii
in *
Läi
Mö
leb:
bau
geh
ST
OE
FE
22