solcher wunderbarer Reichtum verschwunden ist. Es ist wie
ein Märchentraum, diese erlesenen Stücke zu sehen und
alles zu ergänzen, was zu ihrer Entstehung gehört, die
Menschen, die sie geschaffen und getragen, denn es waren ge^
v/öhnlich dieselben, und die dazugehörige passende Umgebung,
Haus und Hausrat, Tracht, Lieder, Musik. Denn irgendwie
paßt alles zusammen und sicherlich gab es eine künstlerische
Einheit in dieser bäuerliclvkünstlerischen Kultur. Die hoch--
verdiente Vereinigung Polna Sztuka, die diese und sonstige
polnische Volkskunst in ihren prachtvollen Materialienheften
veröffentlicht, hat eine solche Einheit innerhalb der polnischen
Volkskunst gezeigt. Es kann jenen, die an der Möglichkeit
und Natürlichkeit einer künstlerischen Kultur zweifeln, im
Rahmen eines vergangenen Bildes als Beispiel dienen. Auch
im Wiener Kunstgewerbemuseum ist dank unseres Dr. M.
Haberlandt eine Volkskunstausstellung möglich geworden,
die ein solches einheitliches Bild gibt. Wir werden darüber
im nächsten Heft ausführlich zur Sprache kommen und
namentlich hervorheben, was an dem Talent des Volkes
versäumt, was verdorben und was vielleicht wieder gut zu
machen ist. Denn die Kraft, die so herrliche Leistungen hervor
gebracht, kann doch nicht in den Brunnen versunken sein?
Die Frage wird immer ernster und folgenschwerer, wie der
Staat das Talent pflegt. Die einzige und mächtigste Wertquelle.
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