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MAK

Full text : Wegweiser durch das k. k. Oesterreichische Museum für Kunst und Industrie, Stubenring 5

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Pultkasten.  V.
Von  oben  her  anfangend  sehen  wir  mehrere  Fächer
mit  venetianischen  Flachgefässen,  ein  paar  davon  im  ersten
Fache  von  einer  höchst  auffallenden  Technik  mit  Malereien ­
  und  Vergoldungen  auf  der  unteren  Seite,  sodann
Schüsseln  und  Teller  mit  Ornamenten,  die  durch  den  Diamanten ­
  eingeritzt  sind,  andere  mit  den  eingesponnenen
weissen  oder  farbigen  Linien,  andere  ganz  schlicht  und
unverziert  von  hellster  Durchsichtigkeit  und  unvergleichlich ­
  leichtem  Material.
An  diese  vier  Fächer  mit  alten  venetianischen  Arbeiten ­
  schliesst  sich  noch  ein  fünftes  mit  modernen  venetianischen ­
  Gläsern  an,  insbesondere  aus  der  Fabrik  von
Salviati,  welche  alten  Gläsern  nachgebildet  sind.
Von  den  drei  vorspringenden  Fächern  der  Mitte
enthält  das  erste  orientalische  Glasarbeiten,  von  denen
insbesondere  die  grossen  Gef'ässe  mit  Gold-  und  Emailfarben
hervorzuheben  sind;  zwei  Flaschen  davon  sind  persische
Arbeit  und  nach  der  Tradition  aus  der  Zeit  der  Kreuzziige,
  mit  der  Asche  von  Märtyrern  gefüllt,  in  die  Kirche
von  St.  Stephan  gekommen,  der  sie  noch  angehören.  Die
zwei  anderen  Stücke  sind  Lampen,  das  eine  davon  alt
und  acht,  aus  Cairo  stammend,  Geschenk  Sr.  k.  Hoheit
des  Hrn.  Erzherzogs  Rainer  an  das  Museum,  das  andere
französische  Nachbildung.  Die  übrigen  kleineren  Gefässe
in  diesem  Fach  sind  Arbeiten  vom  Hebron;  das  Material
ist  von  der  Leichtigkeit  des  venetianischen  Glases.
Das  zweite  der  mittleren  Fächer  enthält  moderne ­
  englische  Gläser,  sowohl  von  der  leichten  Art  mit
eingeschliffenen  oder  geätzten  Ornamenten,  sowie  von  jener
brillanten  Art  mit  diamantirtem  Schliff.
Das  dritte  Fach  enthält  ebenfalls  moderne  Glasarbeiten, ­
  aber  französischer  Arbeit  (geätzt)  und  böhmischer
Arbeit  (geschliffen).
Die  nun  folgen  den  fünf  Fächer,  sowie  die  kleineren
Vitrinen  sind  ganz  mit  den  Arbeiten  der  ehemal.  Wiener
Porcellanfabrik  gefüllt,  welche  im  Saale  II  nicht
mehr  haben  Aufstellung  erhalten  können.  Die  fünf  Fächer
            
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