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XVII 
örtlichen, d. h. namentlich der klimatischen Bedingungen. Freilich haben die Architektur 
moden gerade diesen Gesichtspunkt häufig gänzlich zu nichte gemacht. Wir leben in 
Deutschland in einem rauhen Klima mit ziemlichen Extremen von Sommer- und Winter 
temperatur, mit reichlichen Niederschlägen und vielen unfreundlichen, regnerischen und 
windreichen Tagen. Welcher Haustypus ergibt sich hieraus? Die Antwort gibt am 
deutlichsten ein Querschnitt durch die Geschichte der deutschen Hausarchitektur, der 
augenscheinlich auf das Haus mit beherrschendem Dach hinweist. Daß sich der 
heutige Hausbau, nachdem eine italienische Mode das Dach lange gewaltsam in Unter 
drückung gehalten hatte, dieser Erkenntnis wieder geöffnet hat, ist ein nicht zu unter 
schätzender Schritt in der Vorwärtsentwicklung. Er kennzeichnet zugleich den durch 
gehenden Zug in unserer Kunstbewegung, den man mit kurzen Worten als das Wieder 
erwachen des germanischen Gewissens bezeichnen kann. Dieses Wiedererwachen fing 
mit der Romantik an, die zuerst, wenn auch unbewußt, einen germanischen Gegenwert 
neben den bis dahin alleingültigen Klassizismus setzte. In ihrem Gefolge trat die mittel 
alterliche Richtung in der Architektur auf, die in England nachweislich die Grundlage 
der neuen Kunstbewegung bildete. Durch sie sind die klassizistischen Ideale verdrängt, 
die gerade im Hausbau von verhängnisvollem Einflüsse geworden waren, indem sie die 
strengen Symmetrie-Anforderungen der italienischen Kunst auf einen Gebäudetypus 
verpflanzt hatten, dessen Charakter eine freie Grundrißentwicklung zur Bedingung hat. 
Der nordische Haustypus mit beherrschendem Dach hat heute überall seinen Einzug 
gehalten und drängt sich jetzt, nachdem nun einmal germanische Völker, vorzugsweise 
England, die Führung im Hausbau übernommen haben, selbst nach Frankreich und die 
südlichen Länder hinein. 
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Der Frage nachzugehen, inwiefern die klimatischen Bedingungen die Einzelheiten 
der Konstruktion des Hauses beeinflußt haben und beeinflussen, würde an dieser Stelle 
zu weit führen, wo nur die Allgemeinanlage des Hauses behandelt werden soll. Eine 
ungemein tiefeinschneidende Beeinflussung findet aber von seiten der Baupolizei statt, 
und dieser muß hier unbedingt ein Wort gewidmet werden. Das Gebiet der Baupolizei 
gesetzgebung ist ein viel umstrittenes. Die Vorschriften, die die Baupolizei zur Sicherung 
von Leben und Gesundheit gibt, haben nicht immer zur Förderung der Architektur 
beigetragen und vielfach selbst ihren engeren Zweck, die gesundheitlichen Anforderungen 
zu erhöhen, nicht erreicht. In letzterer Beziehung sei nur beiläufig an die vielfach vor 
handene Bedingung -^innert, in landhausmäßig bebauten Distrikten das zum leil 
bewohnbare Kellergeschoß „mindestens“ 50 cm unter der Terrainoberfläche zu halten, 
eine Bedingung, die, allerdings aus anderen Rücksichten gegeben, direkt ungesunde 
Wohnungen züchtet. Man kann nachweisen, daß infolge dieser Bestimmung z. B. in 
den landhausmäßig bebauten Bezirken um Berlin mindestens ein Viertel aller Wohn- 
räume Kellerräume sind. Denn Kellerräume muß man auch schon solche Räume nennen, 
die 50 cm in die Erde versenkt sind; es ist eine bekannte Tatsache, daß der eigen 
tümliche muffige Geruch — der beste Anzeiger für die ungesunde Luft — auch schon 
aus solchen Räumen nicht zu bannen ist. Kann man sich nun aber eine unsinnigere 
Bestimmung denken, als eine solche, die auf Ungesundmachung der menschlichen Wohn- 
räume ausgeht? Gibt es etwas Verschrobeneres, als durch eine behördliche Maßregel die 
Kellerwohnungen der Stadt auf das Land zu übertragen, wo man vollauf Raum hat, 
sich über, statt unter der Erde ansässig zu machen? Man könnte einwenden, daß solche 
Räume ja nur gestattet, nicht zu bauen befohlen würden. Demgegenüber muß aber 
Mutfiesius, Landhaus 
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