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würde. Im allgemeinen wird man der Sonnenlage in allen Fällen die erste Bedeutung
einräumen. Für den Genuß der Landschaft kann man eher durch Erker, Balkons usw.
sorgen, denn auch für eine schöne Aussicht trifft zu, was für den menschlichen Genuß im
allgemeinen gilt: man erfreut sich seiner um so intensiver, je weniger er zur Gewohnheit
wird. Dagegen handelt es sich bei der Sonnenlage der Zimmer nicht um Genuß-, sondern
um Gesundheitsforderungen. Was die Aussicht auf die Landschaft anbetrifft, so sei auch
daran erinnert, daß eine Aussicht gegen die Sonne weit weniger angenehm ist, als eine
solche in der Richtung der Sonnenstrahlen, daß also ein freier Blick nach den nördlichen
Richtungen im allgemeinen dem nach Süden vorzuziehen ist.
Ist es im allgemeinen zweckmäßig, alle bewohnten Räume nach der Sonnenseite
zu legen, so gewährt die Sonderart der verschiedenen Räume des Hauses doch die
Möglichkeit einer Abstufung und daher einer praktischen Verteilung an den der Sonne
ausgesetzten Fronten. Als Wohnseiten kommen hauptsächlich Osten und Süden in
Betracht. Die Westseite ist zwar im Winter ebenso wünschenswert wie die Süd- und
Ostseite, dagegen hat sie im Sommer die Überhitzung der Räume durch die späte
Nachmittagssonne zur Folge und ist daher im allgemeinen zu vermeiden. Der Morgensonne
wird man vor allem gern die Schlafzimmer zuwenden, einmal, weil es ein
angenehmes Gefühl ist, beim Erwachen die Sonnenstrahlen zu begrüßen, dann aber
auch, weil die reinigende Wirkung der Sonnenstrahlen gerade unmittelbar nach der
Zeit der Inanspruchnahme des Schlafzimmers, also am frühen Morgen, erwünscht ist.
Für das Schlafzimmer ist im übrigen die Sonnenlage schon deshalb zwingend, weil es
das am meisten benutzte Zimmer des Hauses ist, dasjenige, in welchem wir ein volles
Drittel unseres Lebens und noch dazu in Dauerzeiten von 6 bis 8 Stunden zubringen.
Vergegenwärtigt man sich noch, daß es im Falle von Krankheit zum Krankenzimmer,
also zu einem überhaupt dauernd benutzten Zimmer wird, so ist klar, daß kein Zimmer
eine auch nur annähernd große Sorgfalt in Bezug auf die Sonnenlage erfordert, als gerade
das Schlafzimmer. Für die übrigen Wohnräume, das Zimmer der Frau, des Hausherrn,
das Empfangszimmer ist im allgemeinen die Ostlage so gut wie die Südlage, am besten
vielleicht überhaupt eine Südostlage, wenn es möglich ist, die Hauptfront des Hauses
so zu richten. Für das Arbeitszimmer des Herrn ist nur dann eine Nordlage erwünscht,
wenn es den Tag über benutzt wird. Auch in diesem Fall wird man jedoch
dahin streben müssen, in einem Erker oder sonstwie herausspringenden Teile des
Zimmers auch der Sonne einen bescheidenen Einlaß zu gewähren, um den Charakter
des Zimmers freundlicher und wohnlicher zu gestalten. Wird das Arbeitszimmer nur
des Abends benutzt, wie es in vielen Häusern der Fall ist, so ist eine Sonnenlage auch
hier das Erwünschtere, um am Tage den luftverbessernden Einfluß der Sonnenstrahlen
ausnützen zu können. Das Zimmer, das unter allen Umständen eine möglichst sonnige
Lage, also eine rein südliche, haben muß, ist das Kinderzimmer, denn für die heranwachsenden
Kleinen ist die Sonne am allerunentbehrlichsten. Was das Eßzimmer
anbetrifft, so könnte man bei ihm am ersten geneigt sein, Konzessionen zu machen. Es
ist nicht angenehm, in einem sonnenbeschienenen Zimmer zu essen, besonders wenn
man der Sonne gegenübersitzt. Am wenigsten wird die Sonne jedoch am frühen
Morgen stören, ja es hat einen gewissen Reiz, den Morgenkaffee im sonnenbeschienenen
Zimmer einzunehmen. So ergibt sich die Ostlage für das Eßzimmer als die geeignetste.
Ihm die reine Nordlage zu geben, wird man sich kaum entschließen, es sei denn, daß
ein geräumiger Erker wenigstens für einen Teil des Tages und für einen Teil des
Zimmers den Einlaß der Sonnenstrahlen vermittelte.
Die Wirtschafts- und Nebenräume sind einfach aus dem Grunde zur sonnenlosen