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Wasserverschluß verdunstet. Es ist also klar ersichtlich, daß es vom Gesundheits
standpunkte aus durchaus verwerflich ist, feste Waschbecken in Wohn- und Schlafräumen
anzulegen. Wann wird das deutsche Publikum diese einfache Tatsache erkennen? Aller
dings muß man sich verwundert fragen, wie unsere Gesundheitstechniker noch täglich
derartige Wünsche des Publikums erfüllen können, ohne die äußerste Warnung bezüglich
der gesundheitlichen Nachteile ergehen zu lassen. Das feste Waschbecken gehört ins Bade
zimmer, in die Kleiderablage, in den Abort, höchstens ist es noch im Ankleidezimmer zu
dulden (obgleich es auch hier schon seine Bedenken hat), aus den zum dauernden Aufent
halt von Menschen dienenden Räumen aber ist es unter allen Umständen zu verbannen.
Eine zweite in Deutschland noch rückständige Anschauung ist die des vereinigten
Bades und Klosetts. Es braucht nicht ausgemalt zu werden, in welcher Weise die Ver
einigung schon praktisch zu beanstanden ist, indem der Badende stets das Klosett für
die übrigen Hausbewohner blockiert. Aber auch vom ästhetischen Standpunkte aus ist
die Vereinigung unerwünscht, vielmehr sollte angestrebt werden, das Bad zu einem
Raum zu machen, in dem man mit Behagen weilt. Eine Ansicht, die der Architekt oft
zu bekämpfen hat, ist auch die, daß ein Haus möglichst viele Klosetts haben müsse. Man
schätzt oft die Bequemlichkeit des Hauses nach der Anzahl der Klosetts ab. Dem
gegenüber muß daran erinnert werden, daß ein Klosett nur dann eine verhältnismäßig
einwandfreie Einrichtung ist, wenn es in ständiger Benutzung ist. Ein nur selten be
nutztes Klosett ist ein Übelstand, eben wieder weil der Wasserverschluß austrocknet
und so die Grubengase in das Haus eindringen läßt.
Ein Raum, der ebensowohl vom sanitären als vom Bequemlichkeitsstandpunkte
aus wichtig, aber noch lange nicht genügend eingeführt ist, ist der in jedem Stock
werke nötige Reinmacheraum (die Besenkammer bildet meist einen kümmerlichen Ersatz).
Der Reinmacheraum muß eine Zapfstelle für kaltes und warmes Wasser und ein bequemes
Ausgußbecken für Schmutzwasser und zum Reinigen von Nachtgeschirren enthalten.
Diese Einrichtung muß so bequem sein, daß die Dienstboten nicht in die Versuchung
kommen, dafür das Klosett der Herrschaft zu benutzen. Selbstverständlich darf die Zapf
stelle für Wasser keinesfalls über diesem Ausgußbecken angebracht sein.
Die erwähnten sanitären Punkte sind nur einige, die das bauende Publikum
hauptsächlich berühren. Für den Gesundheitstechniker gäbe es noch viele Dinge zu
erörtern, die in Deutschland rückständig sind, denn im allgemeinen ist das Gebiet der
Gesundheitstechnik auch bei den Fachleuten noch unentwickelt. Es fehlt selbst diesen
noch das Bewußtsein der Gefahren, die mit einzelnen Anordnungen verbunden sind.
Doch würde es zu weit fahren, hier darauf einzugehen. Daß aber gerade die sanitären
Anlagen im Hause einer der wichtigsten Punkte sind, auf die beim Bau eines Hauses
zu achten ist, sollte eigentlich auf der Hand liegen.
In engem Zusammenhänge mit den sanitären Einrichtungen steht die im Land
hause heute übliche Zentralversorgung mit Wärme und Warmwasser. Als Wärmever
sorger empfiehlt sich auch im kleinen Hause schon die Zentralheizung. Die Warm
wasserheizung ist die bevorzugteste und mit vollem Recht. Ihre beständige milde
Erwärmung der Zimmerluft steht zu der heftigen, ruckweisen Erwärmung durch die
Dampfheizung in demselben Verhältnis wie der Kachelofen zum eisernen Ofen steht.
Als Heizkörper sollte man lediglich ganz glatte sogenannte Radiatoren, nicht die staub
sammelnden Rippenheizkörper, wählen. Bei den Radiatoren hat man noch den Vorteil,
daß die Bekleidung wegfallen kann, wodurch die Mehrkosten gegenüber den Rippen
heizkörpern reichlich eingebracht werden. Von großer Wichtigkeit ist es, die Heizung
so zu berechnen, daß die Erwärmung des Wassers auf nicht höher als 50 Grad getrieben