MAK
XXXVII 
Wasserverschluß verdunstet. Es ist also klar ersichtlich, daß es vom Gesundheits 
standpunkte aus durchaus verwerflich ist, feste Waschbecken in Wohn- und Schlafräumen 
anzulegen. Wann wird das deutsche Publikum diese einfache Tatsache erkennen? Aller 
dings muß man sich verwundert fragen, wie unsere Gesundheitstechniker noch täglich 
derartige Wünsche des Publikums erfüllen können, ohne die äußerste Warnung bezüglich 
der gesundheitlichen Nachteile ergehen zu lassen. Das feste Waschbecken gehört ins Bade 
zimmer, in die Kleiderablage, in den Abort, höchstens ist es noch im Ankleidezimmer zu 
dulden (obgleich es auch hier schon seine Bedenken hat), aus den zum dauernden Aufent 
halt von Menschen dienenden Räumen aber ist es unter allen Umständen zu verbannen. 
Eine zweite in Deutschland noch rückständige Anschauung ist die des vereinigten 
Bades und Klosetts. Es braucht nicht ausgemalt zu werden, in welcher Weise die Ver 
einigung schon praktisch zu beanstanden ist, indem der Badende stets das Klosett für 
die übrigen Hausbewohner blockiert. Aber auch vom ästhetischen Standpunkte aus ist 
die Vereinigung unerwünscht, vielmehr sollte angestrebt werden, das Bad zu einem 
Raum zu machen, in dem man mit Behagen weilt. Eine Ansicht, die der Architekt oft 
zu bekämpfen hat, ist auch die, daß ein Haus möglichst viele Klosetts haben müsse. Man 
schätzt oft die Bequemlichkeit des Hauses nach der Anzahl der Klosetts ab. Dem 
gegenüber muß daran erinnert werden, daß ein Klosett nur dann eine verhältnismäßig 
einwandfreie Einrichtung ist, wenn es in ständiger Benutzung ist. Ein nur selten be 
nutztes Klosett ist ein Übelstand, eben wieder weil der Wasserverschluß austrocknet 
und so die Grubengase in das Haus eindringen läßt. 
Ein Raum, der ebensowohl vom sanitären als vom Bequemlichkeitsstandpunkte 
aus wichtig, aber noch lange nicht genügend eingeführt ist, ist der in jedem Stock 
werke nötige Reinmacheraum (die Besenkammer bildet meist einen kümmerlichen Ersatz). 
Der Reinmacheraum muß eine Zapfstelle für kaltes und warmes Wasser und ein bequemes 
Ausgußbecken für Schmutzwasser und zum Reinigen von Nachtgeschirren enthalten. 
Diese Einrichtung muß so bequem sein, daß die Dienstboten nicht in die Versuchung 
kommen, dafür das Klosett der Herrschaft zu benutzen. Selbstverständlich darf die Zapf 
stelle für Wasser keinesfalls über diesem Ausgußbecken angebracht sein. 
Die erwähnten sanitären Punkte sind nur einige, die das bauende Publikum 
hauptsächlich berühren. Für den Gesundheitstechniker gäbe es noch viele Dinge zu 
erörtern, die in Deutschland rückständig sind, denn im allgemeinen ist das Gebiet der 
Gesundheitstechnik auch bei den Fachleuten noch unentwickelt. Es fehlt selbst diesen 
noch das Bewußtsein der Gefahren, die mit einzelnen Anordnungen verbunden sind. 
Doch würde es zu weit fahren, hier darauf einzugehen. Daß aber gerade die sanitären 
Anlagen im Hause einer der wichtigsten Punkte sind, auf die beim Bau eines Hauses 
zu achten ist, sollte eigentlich auf der Hand liegen. 
In engem Zusammenhänge mit den sanitären Einrichtungen steht die im Land 
hause heute übliche Zentralversorgung mit Wärme und Warmwasser. Als Wärmever 
sorger empfiehlt sich auch im kleinen Hause schon die Zentralheizung. Die Warm 
wasserheizung ist die bevorzugteste und mit vollem Recht. Ihre beständige milde 
Erwärmung der Zimmerluft steht zu der heftigen, ruckweisen Erwärmung durch die 
Dampfheizung in demselben Verhältnis wie der Kachelofen zum eisernen Ofen steht. 
Als Heizkörper sollte man lediglich ganz glatte sogenannte Radiatoren, nicht die staub 
sammelnden Rippenheizkörper, wählen. Bei den Radiatoren hat man noch den Vorteil, 
daß die Bekleidung wegfallen kann, wodurch die Mehrkosten gegenüber den Rippen 
heizkörpern reichlich eingebracht werden. Von großer Wichtigkeit ist es, die Heizung 
so zu berechnen, daß die Erwärmung des Wassers auf nicht höher als 50 Grad getrieben
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.