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solcher Erker hat auf die Größenwirkung des Raumes, dem er angegliedert ist, einen 
sehr bemerkenswerten Einfluß. Der Raum erscheint durch die langen Perspektiven, 
die sich dem Blick öffnen, ungemein erweitert und übt fast die Wirkung aus, als ob 
die Hauptwand des Raumes um das Maß des Erkers hinausgerückt wäre. "f 
Eine fernere Möglichkeit der Steigerung des Raumeindrucks liegt in der Ver 
bindung von Zimmern. Zwei durch Glasschiebetüren verbundene Zimmer wirken, 
wenn man von einem Ende des Zimmers durch die Glastür nach dem andern Zimmer 
sieht, in gewissem Sinne wie eine Einheit. Noch besser ist es natürlich, wenn man 
die Türen zurückschiebt und die Öffnung im ganzen wirken läßt. Zu einer nur losen 
Trennung zweier Räume genügt unter Umständen auch schon ein Vorhang und leistet 
oft bessere Dienste als eine Schiebetür. Es kommt darauf an, ob man die Zimmer 
gelegentlich für den Blick trennen oder auch Schallübertragungen ausschließen will. 
Von größter, ja ausschlaggebender Wichtigkeit für die Raumwirkung sind die 
Lichtquellen. Die Lichtquellen eines Wohnhauses sollten ausschließlich nach den Ge 
sichtspunkten der Raumwirkung der Zimmer angelegt sein, nicht nach denen der 
Fassadenwirkung. Im allgemeinen gibt eine einheitliche Lichtquelle, das heißt also 
ein gruppiertes Fenster, eine bessere Wirkung als die übliche Achsenanordnung der 
Fenster mit den zwischen den einzelnen schmalen Fenstern sitzenden Mauerpfeilern. 
Man kann jedoch auch durch den Rhythmus verteilter Lichtquellen eine sehr gute 
Wirkung erreichen, wenn man sich entschließt, die Fensterpfeiler entweder sehr schmal 
zu machen oder mit schrägen Leibungen zu versehen, um den unangenehmen Schatten 
kegel zu vermeiden, den breite Fensterpfeiler ins Zimmer werfen. Die Höhe, in welcher 
die Fenster in der Zimmerwand sitzen, ist von großem Einfluß auf die Wirkung des 
Zimmers. In Zimmern, bei denen der Blick nach außen gelenkt werden soll, die also 
eine schöne Aussicht bieten oder an einem Blumengarten liegen, lege man die Fenster 
brüstung so niedrig als möglich, zwischen 45 und 70cm an. Soll dagegen ein Zimmer 
den Bewohner geistig konzentrieren und ihn gewissermaßen von der Außenwelt ab 
schließen, so erreicht man durch eine sehr hohe Fensterbrüstung, bis zu 130 cm, 
den Eindruck einer gewissen Eingeschlossenheit, der ja unter Umständen seine Vor- j 
züge haben kann. Immerhin muß gesagt werden, daß hohe Fensterbrüstungen leicht 
etwas Beengendes mit sich bringen. Wie hoch die Fenster an die Decke reichen sollen, 
ist ebenfalls eine wichtige Frage. Konstruktive Gründe verhindern es meistens, die 
Fenster bis dicht an die Decke zu führen, da über dem Fenstersturz noch die Decken 
balken ein Auflager finden sollen. Das Hochhinaufragen der Fenster ist sowohl für die 
Beleuchtung als für die I üftung von Bedeutung. Die Beleuchtung wird bei hohen 
Fenstern heller und freudiger, und für die Lüftung ist gerade der ganz oben sitzende 
Fensterflügel der wertvollste. Nach neueren Untersuchungen bleibt die Luftschicht, die 
über dem Fenstersturz liegt, ziemlich unbewegt und gleicht sich nicht mit dem übrigen 
Luftinhalt des Zimmers aus. Es geht daraus zugleich hervor, daß die gesundheitlich 
so viel gerühmten hohen Zimmer nur dann einen Wert haben, wenn gleichzeitig die 
Fensterlöcher bis an die Decke reichen, denn die sonst stagnierende obere Luftschicht hat 
nicht nur für den im Raum lebenden Menschen keinen Zweck, sondern sie bildet direkt 
einen Speicher für allerhand schädliche Gase. 
Fast ebenso wichtig wie die räumliche Gestaltung der Zimmer ist die farbige 
Behandlung. Ja, die farbige Behandlung wirkt eindringlicher als die räumliche Ge 
staltung, so daß mit einem Zimmer von mangelhafter räumlicher Gestaltung durch eine 
gute farbige Behandlung immer noch ein leidlicher Eindruck hervorgerufen werden kann, 
während umgekehrt ein sonst räumlich gut gestaltetes Zimmer durch eine falsche farbige
	        
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