XLII
des Eisens, des Holzes, der Dachdeckungsmaterialien ziemlich dieselben bleiben. Sie
unterliegen zwar örtlichen und zeitlichen Schwankungen, allein diese sind lange nicht
so einschneidend, als daß durch sie ein ausschlaggebender Unterschied in der Endsumme
eines Baues hervorgerufen würde. Wesentlicher spricht schon mit, daß die
Arbeitslöhne in kleinen Orten oft bedeutend niedriger sind als in großen Städten. Der
Vorteil, der sich hier für das Bauen auf dem Lande ergibt, wird aber oft mehr als wettgemacht
durch die Verteuerung, die an entlegenen Orten durch die Heranziehung städtischer
Unternehmer für die Heizung, die Bäder, die Innenausstattung entsteht.
So kommt es, daß man für das Bauen eines Hauses ganz im allgemeinen gewisse
Normalkostensätze aufstellen kann, man kann die Baukosten, indem man die Größe des
Baues in Betracht zieht, von vornherein ziemlich richtig abschätzen. Man geht dazu
entweder von der „bebauten Fläche“ oder vom „umbauten Raume“ aus. Die sicherste
Schätzung ist die nach Kubikmetern umbauten Raumes, bei welcher der kubische Inhalt
des Hauses zur Grundlage der Baukostenberechnung gemacht wird. Bei einem durchaus
gediegen gebauten Wohnhause, dessen Äußeres sich in nicht prunkvollen Bauformen
bewegt, wird man mit einem Durchschnittspreise von 25 M. für das Kubikmeter umbauten
Raumes rechnen können. Ein solches Haus wird alle Bequemlichkeiten, wie
Zentralheizung, elektrisches Licht, Warmwasserversorgung, Spültische in der Küche und
Waschbecken in den Kleiderablagen und Badezimmern enthalten; es wird aber noch
keine Holzverkleidung in den Zimmern, noch keine Stuckdecken, noch keinerlei Marmor
oder kostbaren Fußboden, auch noch keinerlei luxuriöse Badezimmerausstattung aufweisen.
Die Zimmer dieses Hauses werden tapezierte oder gestrichene, vielleicht durch
Leisten geteilte Wände, glatt geputzte Deeken mit vielleicht geringer Bemalung, kieferne
gestrichene oder gebeizte Türen, eichenen Stabfußboden im Erdgeschoß, gestrichenen
Dielenfußboden oder Linoleumbelag im Schlafzimmergeschoß haben. Im Äußeren wird
Werksteinverwendung sowie überhaupt jede ornamentale oder gar bildhauerische Arbeit
ausgeschlossen sein. Dies vorausgesetzt, ist der genannte Einheitssatz bei den heutigen
Baupreisen für die Schätzung der Kosten ziemlich zutreffend.
In der Regel hat der Bauherr ganz definierte Wünsche über die Größe und
Anzahl der im Erdgeschoß unterzubringenden Räume. Es ist möglich, sich daraus zunächst
ein Bild von der Ausdehnung des Erdgeschosses (von der „bebauten Fläche“) zu
machen, indem man den Quadratinhalt der einzelnen Räume addiert und einen Zuschlag
für die (vom Laien in der Regel vergessenen) Verkehrs- und Nebenräume, Korridore,
Treppen, Windfänge, Kleiderablagen, Klosetts, sowie für die (vom Laien durchgängig
vergessenen) Mauerstärken einsetzt. Erfahrungsgemäß beträgt dieser Zuschlag
etwas mehr als die Hälfte der Summe der Zimmergrundflächen. Beläuft sich zum
Beispiel die Summe aller Zimmergrundflächen (auch einschließlich der Halle und der
Küche) auf 160 qm, so ergibt sich eine bebaute Fläche von etwa 250 qm. Es ist nötig,
nun festzustellen, ob das Obergeschoß dieselbe Grundfläche erhalten soll oder ob etwa
Teile des Baues nur einstöckig gestaltet oder als Balkon, Plattform usw. liegen bleiben
sollen, ferner, welcher Teil des Hauses unterkellert und welcher Teil des Dachgeschosses
ausgebaut werden soll. Es ergibt sich dann leicht, bei Annahme der gewünschten Stockwerkhöhen
(zu denen stets die Höhe der Balkenlage, in der Regel 30 cm, hinzugerechnet
werden muß) der Kubikinhalt jedes einzelnen Stockwerks und als deren Summe der
Kubikinhalt des Hauses. Die Kosten eines Hauses von 2500 cbm (dieser Rauminhalt
wird bei dem üblichen Landhause dem obengenannten Flächeninhalt des Erdgeschosses
von 250 qm entsprechen) berechnen sich dann beispielsweise auf 62500 M.
Das sind die Kosten für das eigentliche Haus in einfacher Ausführung. Dazu