Malerei in dem Werk der Fendi und Karl Schindler, als bewußte
Paraphrase in dem historischen Barock der Rahl, Canon und
Makart. Und neben dieser einen Grundlinie läuft, in klassischer
Vollendung in der Malerei der Alt-Wiener Generationen sich verdichtend,
die andere Entwicklung, die eine neue Eroberung der
Natur und der sichtbaren Welt bedeutet: die realistische Kurve,
die Ferdinand Georg Waldmüller zur einsamen Höhe führt. In
seinem Werk erhebt sich die österreichische Kunst des XIX. Jahrhunderts
zu europäischem Ausmaß. Der realistischen Linie gehören
die besten Namen des späteren Jahrhunderts an, die Namen
der Alts, Amerlings, Pettenkofens und Jakob Emil Schindlers.
Die Sinnlichkeit des österreichischen Lebensgefühls, allen gemeinsam,
verwehrt dem Klassizismus der Füger und Lampi die Erstarrung
in leere Abstraktion und verleiht der geistigen Kühle
der Nazarener Scheffer und Führich, der Romantiker Schwind
und Schnorr die musikalische Schwingung des Farbigen. Und
am Ende des Jahrhunderts schließt Romako die Linien der Tradition,
problematisch die realistischen Triebe in eine subjektive
Phantasiewelt steigernd. Die Ausstellung — vom Hagenbund gemeinsam
mit der neuen Galerie veranstaltet — aber hebt alle:
Scheidungen auf durch das reiche Bild der künstlerischen Lebensdokumente,
durch die sichtbaren Gestaltungen des österreichischen
Daseins.
B. Grimschitz.
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