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Full text: Ferdinand Georg Waldmüller

der Natur und das dadurch erweckte richtige Gefühl erlernt werden 
könne, ist außer allem Zweifel, und es liegt in dieser Art desVorschreitens 
auch noch ein eigener Reiz, eine Ermunterung in der Freude des Ge 
lingens, ein mächtiger Sporn, es immer besser und vollkommener zu 
machen, ein moralischer Impuls, wie er bei der monotonen, erlahmenden, 
jahrelangen Fortsetzung so mechanischer Übungen, wie die oben er 
wähnten, in der Seele des Schülers nie aufzutauchen vermag. 
Im Fortschreiten des Unterrichtes ist ferner dem Schüler zu erläutern, 
wie er die Aufgabe zu lösen habe, auf einer Fläche (der Leinwand) 
scheinbar erhabene Formen darzustellen, und wie solches nur durch 
richtigeAnwendungvon Licht und Schatten hervorgebracht werde 
und zu bewirken sey. Damit er sich diese richtige Anwendung eigen 
mache, leite man ihn zu folgenden Beobachtungen an: 
Er besehe den darzustellenden Gegenstand im Ganzen, um das höchste 
Licht und den tiefsten Schatten herauszufinden; ein vorzügliches Hilfs 
mittel dazu ist, das eine Auge völlig zu schließen, und mit dem andern 
halbgeöffnet die Gegensätze zu beobachten. 
Er unterscheide dann überhaupt: 
a) Den Platz, wo ein Licht oder ein Schatten hinfällt. 
b) Die Form dieses Lichtes oder Schattens. 
c) Deren Stärke. Läßt er das eine oder andere außer Acht, so entsteht 
eine fehlerhafte Wirkung. 
Da nun Weiß und Schwarz die Endpunkte der uns zu Gebote 
stehenden Farbenmittel zum Ausdruck dieser Erscheinungen sind, so 
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