der Natur und das dadurch erweckte richtige Gefühl erlernt werden
könne, ist außer allem Zweifel, und es liegt in dieser Art desVorschreitens
auch noch ein eigener Reiz, eine Ermunterung in der Freude des Ge
lingens, ein mächtiger Sporn, es immer besser und vollkommener zu
machen, ein moralischer Impuls, wie er bei der monotonen, erlahmenden,
jahrelangen Fortsetzung so mechanischer Übungen, wie die oben er
wähnten, in der Seele des Schülers nie aufzutauchen vermag.
Im Fortschreiten des Unterrichtes ist ferner dem Schüler zu erläutern,
wie er die Aufgabe zu lösen habe, auf einer Fläche (der Leinwand)
scheinbar erhabene Formen darzustellen, und wie solches nur durch
richtigeAnwendungvon Licht und Schatten hervorgebracht werde
und zu bewirken sey. Damit er sich diese richtige Anwendung eigen
mache, leite man ihn zu folgenden Beobachtungen an:
Er besehe den darzustellenden Gegenstand im Ganzen, um das höchste
Licht und den tiefsten Schatten herauszufinden; ein vorzügliches Hilfs
mittel dazu ist, das eine Auge völlig zu schließen, und mit dem andern
halbgeöffnet die Gegensätze zu beobachten.
Er unterscheide dann überhaupt:
a) Den Platz, wo ein Licht oder ein Schatten hinfällt.
b) Die Form dieses Lichtes oder Schattens.
c) Deren Stärke. Läßt er das eine oder andere außer Acht, so entsteht
eine fehlerhafte Wirkung.
Da nun Weiß und Schwarz die Endpunkte der uns zu Gebote
stehenden Farbenmittel zum Ausdruck dieser Erscheinungen sind, so
9