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Full text: Ferdinand Georg Waldmüller

Befähigten und Unbefähigten ein eifriges Streben etwas Tüchtiges zu 
leisten, entwickeln, vorzüglich aber wird der Wettstreit der Befähigten 
seyn, indem jeder von ihnen alle seine inwohnende künstlerische Be 
fähigung aufbiethen wird, sich der Ehre würdig zu zeigen, vom Staate 
für sein Streben lohnend anerkannt zu werden. Da hier nicht die tech 
nische Befähigung, sondern die geistige gemeint ist, so werden auch nach 
Maßgabe die minder Befähigten dem Staate von großem Nutzen seyn, 
und zwar in Bezug auf die Industrie. Wenn die Begeisterung der Ersten 
im Gebiethe der Religion, Geschichte und Moral die Förderung der 
gesellschaftlichen, so nötigen Tugenden, für jeden Stand, für jedes Alter, 
sich, wie es einem Künstler und der Kunst geziemt, zur Aufgabe machen 
werden, und durch ihr Genie eine glücklicheLösung derselben erzwecken, 
so werden hingegen die Andern durch reizende, geschmackvolle Ideen 
die Industrie bereichern. Für das hier gesagte dient Frankreich als Beweis. 
Wenn dort die Munificenz des Staates im vorigen Jahre bey 3 Millionen 
Franks für Werke der Kunst verausgabte und nicht allein in diesem 
Jahre sondern ähnliches seit 30 Jahren geschieht, so ersehen wir deutlich 
den Erfolg einer solchen Maßregel, denn Frankreich steht jetzt in Kunst 
und Industrie einzig da, und es gibt auch zugleich den Beweis, daß 
Künstler, welche mit Recht diese Benennung verdienen, sich für solchen 
Schutz dankbar bezeugen, weil es in der Natur des ächten Künstler 
liegt, immer zu schaffen, auch selbst ohne Aufforderung von Außen, 
um so viel mehr aber, wenn eine solche Aufforderung und Würdigung 
vom Staate ausgeht. Solcher Dank durch treffliche Leistungen ausge- 
PT 
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