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Full text: Ferdinand Georg Waldmüller

Lob angedeihen läßt, als der eigentlich wahren, denn worin bestände 
denn sonst die eigentliche Geistesbildung des Menschen als in solcher 
genauen und treffenden Unterscheidung. Und Gebildete sind es ja eben, 
welche den Künstlern huldigen, sie würdigen und auch beurtheilen. In 
wie ferne nun das Urteil ein individuelles aus Liebe und im Interesse 
der Kunst, und nicht der Personen gefälltes ist, nicht den in öffent 
lichen Blättern erschienenen partheiischen nachgebetet ist, das ist für die 
Kunst eine wichtige Frage, welche in ihrer Beantwortung zumWohle oder 
Wehe der Kunst gereichen kann. Möge daher jeder Gebildete, der, wie 
nicht zu zweifeln, die Kunst liebt, in seinem Urtheil jene Vorsicht ge 
brauchen, mit voller Überlegung und Überzeugung seinem Gefühle 
gemäß es zu fällen, um der Kunst, auch hiemit zugleich dem Künstler, 
zu nützen.
	        
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