12
Die aufgenommenen Schüler standen im Alter von
15—20 Jahren und sollten in einem zweijährigen Lehrcurse
„zu Diensten für Grosshändler, Wechsler, Fabrikanten,
Staatsbuchhaltungen und Gutsbesitzer“ herangebildet
werden. Die erste Einrichtung galt als eine
Probe und war nur ein einjähriger „Curs.“ Doch
schon im October 1770, nach abgehaltener erster Prüfung,
welche die k. k. Hofcommission vornahm, wurde
der Antrag gestellt, das Real-Institut derart aus Staatsgeldern
zu unterstützen, dass nicht nur der I ortbestand
der Anstalt gesichert würde, sondern nach
Ostern 1771 ein 2. Jahrgang hinzugefügt werden könnte.
Mit Hofdecret vom 19. Nov. 1770 wurde bereits dem
Institute der Titel „Real-Handlungsakademie“
zuerkannt, und zwar aus dem Grunde, weil dieses Institut
eine Unterrichts-Anstalt sein sollte, in welcher
„Jünglinge von hinreichender Beurtheilungs- und Ueberlegungskraft
eine vollständige Vorbereitung für irgend
eine Berufsclasse erlangen sollten, wie z. B. die Militär-Akademie
zu einer wissenschaftlichen Vorbereitung zum
Militärstande, die Savoyische Akademie zur Vorbildung
für ritterliche Aemter bestimmt waren, endlich aber
gewiss auch deshalb, weil man eine Anstalt, von deren
Lehrkräften man durchwegs eine höhere wissenschaftliche
Bildung fordere, auch dem Namen nach vor den
gewöhnlichen Schulen auszeichnen solle.“ 1
Die Schöpferin der höheren Fachschulen, die unvergessliche
Kaiserin Maria Theresia, welche 1752 die
Militär-Akademie zu Neustadt, 1754 die oriental. Akademie,
die Ingenieur-Akademie und die theresianische
Akademie, die Thierarzneischule 1763 gestiftet, handelte
nur consequent und ausserdem vorurtheilsfrei,
wenn sie einem für den bürgerlichen Stand eingerichteten
Institute den Titel „Akademie“ verlieh.
1765 nach Wien, wo er 1769 von der k. k. böhmisch-österreichischen
Hofkanzlei die Ermächtigung erhielt, seinen Plan auszuführen.
Vgl. Acten der k. k. n. ö. Statthalterei. Vgl. ferner: Jahresbericht
der Realschule am Schottenfelde, Wien 1852.