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Full text : Die Entwickelung des kaufmännischen Unterrichts in Österreich nebst einer documentarischen Geschichte der Wiener Handels-Akademie

barkeit  des  angenommenen  Materienplaues  zu  überzeugen.  In
solcher  Weise  entstand  das  der  geehrten  Versammlung  bekannte,
in  den  Aufruf  aufgenommene  Unterrichtsprogramm,  das  wohl  alle
Fächer  enthalten  dürfte,  die  zur  theoretisch  vollendeten  Ausbildung ­
  des  Kaufmannes  erforderlich  sind.
Neben  diesem  an  sich  so  wichtigen  Gegenstände  fasste  das
Comite  auch  die  Localitätsfrage  in’s  Auge.  Nach  seinem  gewiss
billigenswerthen  Wunsche,  in  dieser  Anstalt  ein  Institut  in’s
Leben  zu  rufen,  das  nach  jeder  Richtung  hin  den  Bildungsanstalten ­
  der  Neuzeit  sich,  würdig  anreihen  sollte,  schien  es  ihm
denn  überhaupt  der  Würde  des  Institutes  widerstrebend,  Localitäten
  für  dasselbe  zu  miethen.  Es  dürfte  überflüssig  sein,  auf  die
unter  solchen  Umständen  entstehenden  Schwierigkeiten  einer  zweckdienlichen ­
  Einrichtung,  ferner  auf  die  naheliegende  Möglichkeit
einer  Vertragskündigung  mit  all’  den  unangenehmen  Folgen  besonders ­
  hinzuweisen.
Es  blieb  somit  nur  die  Alternative  gestellt,  ein  hohes  k.  k.
Ministerium  um  Ueberlassuug  der  erforderlichen  Localitäten  anzugehen ­
  oder  für  die  Herstellung  eines  neuen,  zu  diesem  Zwecke
e rst  zu  schaffenden  Gebäudes  Sorge  zu  tragen.
Obgleich  das  Comite  bei  dem  bekannten  Mangel  an  öffentlichen ­
  Gebäuden  nur  geringe  Hoffnung  hegte,  ein  solches  von
Seite  der  hohen  Staatsverwaltung  zu  erhalten,  so  brachte  es
dennoch,  um  nicht  den  Schein  auf  sich  zu  laden,  sein  Ziel  sich
zu  hoch  gesteckt  und  naheliegende,  mit  geringerem  Kostenaufwands ­
  verbundene  Mittel  unversucht  gelassen  zu  haben,  bei  dem
hohen  k.  k.  Ministerium  für  Cultus  und  Unterricht  die  Bitte  vor,
dasselbe  wolle  der  Handelsschule  im  polytechnischen  Institute
erforderliche  Räumlichkeiten  entweder  permanent  oder  doch  für
einen  längeren  Zeitraum  gütigst  zuweisen.
Mit  hohem  Erlass  vom  10.  December  185t>  erhielt  das  Comite
einen  Bescheid  des  Inhaltes,  die  lobenswerthen  Bestrebungen  zur
Activirung  dieser  so  zeitgemässen  und  dringend  nothwendigen
Lehranstalt  würden  freudig  anerkannt,  dem  gestellten  Ansuchen
könne  jedoch  nicht  willfahrt  werden,  da  keine  entbehrlichen
Lokalitäten  zur  Verfügung  ständen.  Ueberdiess  erscheine  es  im
Interesse  der  zu  gründenden  Anstalt  nothwendig,  dass  sie  gleich
vom  Anbeginne  als  ein  völlig  selbstständiges  Institut  in’s
Leben  trete.
Die  nächste  Aufgabe  war  hiernach  nun  klar  vorgezeichnet.
Die  Erwerbung  eines  Fondes,  gross  genug,  um  ein  entsprechendes
Gebäude  zu  errichten  und  einen  Ueberschuss  für  die  Erhaltung
der  Schule  erzielen  zu  können,  erschien  als  die  zunächst  zu
lösende  Frage.
            
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