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Full text : Die Entwickelung des kaufmännischen Unterrichts in Österreich nebst einer documentarischen Geschichte der Wiener Handels-Akademie

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Docenten  an  der  Wiener  Universität,  Herrn  Dr.  Josef
Böhm,  übertragen,  für  die  Buchhaltung  in  der  höheren ­
  Abtheilung  Herr  Ferdinand  Kitt,  Buchhalter  des
Bankhauses  von  Rothschild,  für  Chemie  Herr  Dr.
Friedrich  Hinterberger,  Professor  an  der  k.  k.  Oberrealschule ­
  am  Schottenfeld,  gewonnen.  Das  Fach  des
Handels-  und  Wechselrechts  übernahm  der  k.  k.  ordentliche ­
  Professor  an  der  Wiener  Universität  Dr.
Moriz  v.  Stubenrauch  und  Dr.  Adolf  Wagner  aus
Göttingen  wurde  für  die  Nationalökonomie  berufen.
Da  mit  dem  Ende  Oetober  des  Jahres  1858  der  provisorische ­
  Director  Hauke  nach  Ablauf  seines  Urlaubes ­
  in  den  Staatsdienst  hätte  zurücktreten  müssen,  so
wurde  derselbe  definitiv  als  Director  bestellt,  zunächst
für  7  Jahre  und  unter  Garantie  seiner  im  Staatsdienste
erworbenen  Pensionsansprüche.  Ein  gleicher  Vertrag
wurde  mit  Professor  Schabus  geschlossen.  Um  die
gemeinnützige  Wirksamkeit  der  Akademie  zu  erweitern,
wurde  ein  Abendcursus  organisirt  für  Solche,  welche
nicht  mehr  dem  Bereiche  der  eigentlichen  Schule  angehören. ­
  Derselbe  zählte  im  ersten  Jahre  seines  Bestehens ­
  bereits  220  Hörer,  trotzdem  die  niederösterreichische ­
  Statthalterei  decretirte,  dass  nur  solche  Personen ­
  zu  den  Vorträgen  zuzulassen  seien,  „welche
schon  selbstständige  Stellungen  innehaben  oder  sich
praktisch  im  Handelsstande  bewegen!“  Auch  in  dieser
Fortbildungsschule  sah  man  ein  Durchbrechen  der  Schranken ­
  der  staatskirchlichen  Schule  und  suchte  die  Thätigkeit
  des  missliebigen  Instituts  einzuschränken  oder  unschädlich ­
  zu  machen.  Die  Schule  hatte  mitten  im  concordatlichen
  Zeitalter  im  Kampfe  mit  der  Staatsgewalt  und
mittelbar  mit  dem  Clerus  eine  ganz  besondere  Stellung
sich  errungen  und  eine  Aufgabe  fast  unwillkürlich  erhalten, ­
  die  sie  zu  einem  Asyl  für  freie  Lehre  machte.
Unter  dem  Vorwände  eines  Vorbereitungscursus  für
die  eigentliche  Handels-Akademie  unterhielt  der  Wiener ­
  Kaufmannsstand  eine  von  den  beengenden  Fesseln
des  kirchlichen  Zwanges  freie  Mittelschule,  die  aller-6*


Abendcursus.
            
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