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Full text: Die Entwickelung des kaufmännischen Unterrichts in Österreich nebst einer documentarischen Geschichte der Wiener Handels-Akademie

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Das Gebäude 
der Handels* 
Aka deine. 
nach den Plänen des Architecten Fellner; die Maurer 
arbeiten leitete der k. k. Hofbaumeister,Leopold Mayr. 
Mit rastlosem Fleisse wurde der Bau 1861 fortgeführt, 
damit das Gebäude Anfangs October 1862 seinem 
Zwecke übergeben werden könne. 
Auf einem ruhigen, freundlichen Platze, freistehend, 
von Rasenplätzen umgeben, erhebt sich der monumen 
tale Bau der Wiener Handels-Akademie. Den Ein 
gang zieren die Statuen von Christoph Columbus 
und Adam Smith, während im Innern das grossartige 
Treppenhaus, ein architectonisches Meisterwerk, jedem 
Besucher imponirt. Weite, geräumige Lehrsäle, Labo 
ratorien, Cabinete, Sammlungen dienten — dienen 
heute — dem Unterrichte in diesem palastähnlichen 
Gebäude. 
Mit gerechtem Stolze durften die intelligenten 
Kaufleute Wiens, welche in einer Zeit der schweren 
geistigen Noth aus eigenen Mitteln eine auf späte Ge 
schlechter noch segensreich wirkende Schöpfung unter 
schweren politischen Kämpfen und doch mit siegreicher 
Behauptung der liberalen Principien in’s Leben ge 
rufen hatten, auf die prächtige Heimstätte blicken, 
welche sie der kaufmännischen Bildung gewidmet hatten. 
Das Hochgefühl einer solchen That spricht sich zu 
nächst in der Rede aus, welche der Präsident des 
Vereines, der heute noch an der Spitze des Institutes 
steht, als ein berufener Interpret der Geschichte, wie 
der Bestimmung des Institutes bei der feierlichen Er 
öffnung hielt. 44 ) Was wenige Jahre später als eine 
allgemeine Förderung der Volksbildung angesehen 
und demgemäss auch ausgeführt wurde, war zur 
Zeit der Erbauung der Wiener Handels-Akademie 
noch eine ganz vereinzelte Erscheinung und die mo 
ralische Wirkung dieses palastähnlichen Schulbaues 
war eine nachhaltige. Die unentgeltliche Ueberlassung 
von Baugründen zu Schulzwecken ist später, nament 
lich nachdem die Stadterweiterungs-Fonds sehr ansehn- 
44 ) Vgl. Beilage Nr. 111.
	        
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