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Full text : Die Entwickelung des kaufmännischen Unterrichts in Österreich nebst einer documentarischen Geschichte der Wiener Handels-Akademie

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„Mit  dem  Gefühle  hoher  Achtung  für  die  patriotischen  Männer, ­
  welche  diese  Schöpfung  in’s  Leben  gerufen  haben,  betreten
wir  diese  Bäume.  Als  der  Gedanke  der  Errichtung  einer  Handels-Akademie ­
  zur  Eeife  gelangte,  fand  er  allgemeinen  Anklang
,  und  die  Handelswelt  bekundete  ihre  Zustimmung  dadurch,  dass
sie  im  Laufe  weniger  Monate  freiwillige  Beiträge  in  der  Ziffer
von  mehr  als  800.000  fl.  zeichnete.  So  wurden  die  Mittel  erlangt,
um  es  in  der  kürzesten  Frist  zu  ermöglichen,  die  Lehrcurse  zu
eröffnen,  und  der  Zudrang  zu  derselben  zeigte,  wie  richtig  die
Wichtigkeit  des  neuen  Instituts  aufgefasst  wurde.  Dasselbe  hatte
aber  keine  eigene  Stätte,  es  musste  sich  schwerfällig  auf  geliehenem ­
  Boden  bewegen.  Nun  haben  Sie  sich  ein  Ihren  Zwecken  in
jeder  Hinsicht  entsprechendes,  stattliches  Gebäude  geschaffen,
dasselbe  mit  allen  Erfordernissen  einer  Unterrichtsanstalt  reichlich ­
  ausgestattet  und  dem  öffentlichen  Besuche  übergeben.  Möge
derselbe  fortan  ein  recht  zahlreicher  sein  und  mögen  aus  diesen
Hallen  unter  der  umsichtigen  Leitung  der  gediegenen  Persönlichkeiten, ­
  welche  an  der  Spitze  dieses  Unternehmens  stehen  und
unter  der  Führung  der  tüchtigen  und  erprobten  Lehrkräfte,  welche
für  dasselbe  gewonnen  wurden,  eine  in  wissenschaftlicher  Bildung,
Strebsamkeit  und  Haltung  sich  auszeichnende  Zuhörerschaft  hervorgehen. ­

Hoffentlich  wird  sich  dieselbe  stets  dankbar  der  Eindrücke
erinnern,  die  sie  hier  empfangen  und  sich  ihrer  “Verpflichtungen
gegen  das  Vaterland  und  der  in  ihren  Händen  liegenden  Zukunft
bewusst,  bei  ihrem  Uebertritte  in  das  praktische  Leben  zu  ihrem
eigenen  und  zum  allgemeinen  Nutzen  und  Frommen  Jenes  anwenden, ­
  wozu  der  Keim  hier  in  ihre  jugendlichen  Gemüther  gelegt ­
  wurde.
Der  Handel  ist  einer  der  grossen  Hebel  im  volkswirthschaftlichen
  Leben.  Wohlstand  und  Eeichthum  folgen  seinen  Spuren.
Die  älteste,  wie  die  neueste  Geschichte  liefert  uns  hierüber  die
lehrreichsten  Beispiele.  Allein,  soll  er  seine  belebende  Kraft  entwickeln, ­
  soll  er  wahrhaft  wohlthätig  wirken,  so  genügt  es  nicht
mehr,  ihn  sich  selbst  planlos  zu  überlassen,  es  muss  eine  erhöhte
Thätigkeit  Platz  greifen,  es  müssen  mit  scharfsichtigem  und  prüfendem ­
  Auge  alle  Einfluss  nehmenden  Verhältnisse  gründlich  erwogen ­
  und  erforscht,  es  müssen  neue  Bahnen,  neue  Verbindungen,
neue  Eichtungen  aufgesucht  werden.
Deshalb  begrüsst  die  Eegierung,  begrüsse  insbesondere  ich,
dem  die  Interessen  des  Handels  zunächst  anvertraut  sind,  mit
,  hoher  Befriedigung  eine  Anstalt,  deren  Beruf  es  ist,  nicht  nur
allgemeine  Bildung  zu  verbreiten,  sondern  gerade  diejenigen  Elemente ­
  wachzurufen,  welche  als  Grundlagen  für  eine  fördersame
und  erspriessliche  Entfaltung  dieses  wichtigen  Zweiges  derVolkswirthschaft
  dienen  sollen.

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