Anmerkungen,
') An einer gestickten Cassette im Oesterr. Museum sind in dasselbe Monogramm
noch ein P und ein L eingefügt.
3 ) Fi 1 Ion, L’Art de terre chez les Poitevins, pag. 91.
3 ) Vgl. H. und C. Delange, Recueil de toutes les pieces .... de la Faience dite
de Henri II, Paris 1861, pag. 25.
, ) Fillon, a. a. O. pag. 83. 84.
5 ) Die meisten französischen Schriftsteller acceptiren Fillon’s Standpunkt völlig;
Demmin verwirft ziemlich unbedingt dessen Entdeckungen; übereinstimmend mit unserer
Auffassung spricht sich Clement de Ris in dem Kataloge der Faiencen des Louvre"
Museums aus.
6 ) Vergl. Examples of Art Workmanship, Henri Deux Ware. London 1868, pl. 18.
’) Em. Vattier bei Delange, recueil pag. 25. — Demmin, Guide de l’amateur de
faiences etc. 4me ddit. Paris 1873, pag. 553. — Fillon a. a. O. pag. 93.
8 ) Vergl. Delange, recueil pl. 17, 23, 37, 43 etc.
9 ) Wahrscheinlich wurden Eisenoxydul, Eisenoxyd und Mangaaverbindungen benutzt.
10 ) Vergl. Delange, recueil pl. g.
") Eine flache Gourde der Sammlung Basilewski zeigt auf der einen Seite ein
Wappen, auf der andern den Abdruck einer Medaille mit figuraler Darstellung.
”) Für Leser, welche der Sache nachgehen wollen, folgt hier noch eine Reihe von
Bemerkungen des Herrn Hans Macht zu den von dem South-Kensington-Museum herausgegebenen
Photographien »Examples etc.«
Pl. 1. Im Centrum ein Wappenschild in einem mit einem Textilmuster bedeckten
Buckel von elliptischer Form eingesetzt. Um diesen Schild herum das Ornament in concentrischen
Zonen angeordnet; unter diesen letzteren besonders bemerkenswerth die breiteste
auf der Schüsselfahne, welche zwickelförmige Ausschnitte deutlich erkennen lässt-Die
Nähte sind hier wahrscheinlich deshalb besonders auffallend, weil die Schwarte mit
der nichtornamentirten Seite an die Form — eine Schüssel — gedrückt wurde. Bei den
anderen Gefässen war die Anwendung eines Kerns anstatt einer Hohlform ausgeschlossen,
weil die um einen solchen gelegte Schwarte beim Trocknen auf jeden Fall zerreissen müsste.
Pl. 2. Die untere Hälfte des den Gefässbauch bildenden Ovoids ist aus Stücken der
auf S. 11 angegebenen Form zusammengesetzt. Die obere Hälfte ist in höchst charakteristischer
Weise gebildet. Zwei für sich geformte Stücke sind gewissermassen ineinandergeschachtelt.
Das äussere, den Hals des Gefässes nicht erreichende umfasst das innere
wie eine Duplicatur; drei gespaltene Zipfel gehen von seinem oberen Rand aus und
schmiegen sich, einwärts zu zierlichen Voluten gedreht, an das innere Stück an. Beide
Stücke zeigen, wie in sämmtlichen analogen Fällen, verschiedenes Ornament.
War man zu dieser merkwürdigen Bildung etwa durch den Umstand gezwungen,
dass zur Herstellung in einem Stück keine taugliche Hohlform zu finden war und man
deshalb zwei Stücke combinirte? — Fast scheint es so; denn die Voluten, welche allenfalls
glauben lassen, es wäre ein ästhetischer Beweggrund hier massgebend gewesen,
fehlen bei anderen Krügen, deren obere Bauchhälften gleichfalls aus zwei Partien bestehen,
welche aber nur sehr unvollkommen durch aufgelegte bogenförmige Lisieren abgetrennt
erscheinen.