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im Nordwesten, in dem einstigen Poitou, der Touraine und angrenzenden
Landschaften aufgetaucht waren. Der Versuch eines Londoner Antiquitätenhändlers,
sie für England zu reclamiren, hat niemals ernstliche Beachtung
gefunden ; und auch die vor 40 Jahren geäusserte Ansicht
Pottier’s, dass die Gefässe' aus Florenz stammen, gewann keine Anhänger.
Noch weniger Streit konnte darüber entbrennen, welchem Zeitalter sie
angehören. Nicht nur tragen Formen und Ornamente den unverkennbaren
Stempel der Renaissance, auch Wappen, Embleme, Monogramme, welche
sich an vielen finden, weisen auf die kunstliebende Zeit der letzten Könige
aus dem Hause Valois hin. So kommt der Salamander Franz I. vor; häufiger
aber der Buchstabe//, die Chiffre Heinrichs II. als Dauphin; dann die beiden
verschränkten und durch einen Querbalken verbundenen D, , welche
nach den Einen HD und D (Henri II. und Diana von Poitiers), nach Anderen
H und C C (Henri und Catharine de Medicis) zu lesen sind ’); ferner
die drei verschränkten Halbmonde
welche in der Regel als das
Emblem der Diana von Poitiers gedeutet werden, die bekanntlich den König
Heinrich beherrschte, wie sie schon die Freundin seines Vaters gewesen war.
Von diesen Chiffren stammte die Benennung Henri-deux her, neben welcher
anfangs auch noch jene andere Diana de Poitiers gebräuchlich war. Mit
diesen Chiffren hat es freilich seine eigene Bewandtniss. Als sie einmal
entdeckt und gedeutet worden waren, soll ein Künstler, welchem dergleichen
in lädirtem Zustande aufgefundene Gefässe zum Restauriren anvertraut
worden, Rondel, eingestandenermassen mehrmals die Monogramme
hinzugefügt haben, wo sie ursprünglich nicht vorhanden gewesen 2 ). Auf
die Frage dieser und anderer Monogramme, Embleme etc. legen übrigens
wir nicht besonders grossen Werth, aus Gründen, welche sich später ergeben
werden.
Die Zeit, die Gönner dieser originellen Kunstindustrie, die Auftraggeber
glaubte man also ermittelt zu haben. Aber wer hatte die Gefässe
componirt, modellirt, incrustirt u. s. w. ? Ein einziges Stück, eine Schüssel
im Besitz des Kensington-Museums, weist eine Marke
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auf, die aber
keine Aufklärung gewährt; gewöhnlich wird dieselbe für ein Blatt oder eine
Blume angesehen, doch gleicht sie auch, umgekehrt, einer Casquette mit
einer Feder; endlich kann sie aus verschiedenen Buchstaben zusammengesetzt
"sein, so etwa, dass das Ganze ein Schild mit den Charakteren
J und V wäre. Die Faience Henri II. steht so vereinzelt da, wie die
Palissywaare, so dass man von jeher geneigt war, sie bis in die Werkstätte
eines einzelnen hervorragenden Künstlers zu verfolgen, der von